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Re: Beispiele für aristotelische Einheitlichkeit

X-FaceVon: Wolfram Heinrich (info@theodor-rieh.de) [Profil]
Datum: 22.06.2008 19:50
Message-ID: <1vaeep9vftyyy$.dlg@www.theodor-rieh.de>
Newsgroup: de.etc.sprache.deutsch
Am Sun, 22 Jun 2008 19:25:48 +0200 schrieb Dieter Bruegmann:

> Wolfram Heinrich (Sun, 22 Jun 2008 19:09:50 +0200):
>
>> Am Sun, 22 Jun 2008 18:17:25 +0200 schrieb Dieter Bruegmann:
>>
>>> Rüdiger Silberer (Sun, 22 Jun 2008 17:02:19 +0200):
>>>
>>>> Am 22.06.2008 schrieb Wolfram Heinrich:
>>>>
>>>>> Ne, also wirklich nicht. Das kannst du - was das Theater betrifft -
selber
>>>>> nachschlagen oder dir ergoogeln. Daß die aristotelische
Einheit beim Roman
>>>>> eine Rolle spielen würde - nie gehört.
Film: "Cocktail für eine Leiche"
>>>>> (The Rope) von Hitchcock. Hitchcock erweckt hier sogar den
Eindruck, als
>>>>> wäre der Film in einer einzigen Kameraeinstellung
gedreht worden.
>>>>
>>>> Bist Du sicher, daß nur der Eindruck erweckt
würde? Nach dem was ich
>>>> weiß, wurde tatsächlich bis auf den Wechsel der
Filmrolle ohne Schnitte
>>>> gedreht und auch diese wurden überblendet.
>>>
>>> Diese technisch notwendigen Schnitte wurden WIMRE kaschiert. Ich kann
>>> mich daran erinnern, daß die Kamera auf den Rücken
eines Akteuers
>>> zoomte und es dann mit dem Blick auf den Rücken weiterging.
Ein
>>> offenkundiger Schnitt, aber kein Wechsel der Perspektive.
>>>
>> Eben grade nicht offenkundig. Wenn du es nicht weißt und nicht drauf
>> achtest fällt es dir nicht auf.
>
> Dummerweise war ich beim erstmaligen Betrachten des Films darauf
> vorbereitet. Ich achte sowieso bei jedem Film etwas auf die Machart.
>
Es gibt ja Leute, die behaupten, man müsse sich auf einen Film, einen
Theaterbesuch oder ein Konzert (klassisch) vorbereiten, um den vollen Genuß
zu haben. Ich weiß nicht recht. Bei mäßiger Leistung des
Gebotenen mag das
den Vorteil haben, daß man sich die Langeweile durch Analysieren vertreiben
kann. Ansonsten: Laß dich beim ersten Mal einfach von dem Film, dem
Stück,
der Symphonie erschlagen. Analysieren kannste beim zweiten Besuch.

Ciao
Wolfram
--
"Sich keine Illusionen mehr machen": da beginnen sie erst.
KARL KRAUS
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