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Seltsam

Von: Joachim Kuebler (joachimkuebler@googlemail.com) [Profil]
Datum: 22.09.2006 23:21
Message-ID: <1158960105.180766.25020@h48g2000cwc.googlegroups.com>
Newsgroup: de.etc.selbsthilfe.missbrauch
x-no-archive: yes

Kann triggern, ohne Sternchen.
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Hallo allerseits,

heute morgen habe ich zum ersten Mal seit langer Zeit
(Jahre?Jahrzehnte?Jahrhunderte?) geweint - eine für mich verstörende
Erfahrung.

Einer meiner drei Katzen ist schwer herzkrank, seit drei Tagen ringt
sie mit dem Tod, und morgen werden wir mit ihr zum Tierarzt fahren um
sie...., falls sie es nicht heute nacht selbst schafft.

Als mein Vater und mein Bruder starben (im Abstand von drei Jahren)
weinte ich nicht - ok, unser Verhältnis war ohnehin gestört. Früher,
als ich noch im Krankenhaus arbeitete (auf Intensivstation und auf der
Chirurgie) weinte ich nicht, trotz all des Leides, trotz der Tatsache,
dass ich oft Menschen auf ihren letzten Metern begleitete. Seit 4
Jahren engagiere ich mich bei ai und kämpfe gegen die Todesstrafe. Oft
genug ohne Erfolg. Geweint habe ich nicht.

Nun ringt mein Kätzchen (sie war etwas mehr als ein halbes Jahr bei
uns) mit dem Tod, und mir stehen die Tränen in den Augen. Eine
höhnische Stimme (wo kommt die her?) ruft mir zu, dass es doch nur
eine Katze sei. Für mich war sie mehr als eine Katze. Und doch. Ich
kann mit all dem nicht umgehen, nicht mit diesen Gefühlen und Tränen,
ich will es nicht.

Aber es ist einfach da.

Joachim


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