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Re: Meine Geschichte, die Zukunft und Bitte um "Aufnahme"

Von: Martin Berthot (elbenkrieger@kaffeeschluerfer.com) [Profil]
Datum: 13.04.2007 07:53
Message-ID: <461f1aec$1@news.arcor-ip.de>
Newsgroup: de.etc.selbsthilfe.gehoer
Guten Morgen in die Runde,

Jürgen, Dankeschön, für Dein offensichtlich ausführliches Lesen und
entsprechende Antworten. Ich reagiere mal im einzelnen darauf.

> Hast du "reine" Rauscher oder Hörgeräte mit eingebautem
Rauschgenerator
> (sog. Tinnitus-Geräte)?
>
> Ich frage deshalb, weil wohl häufig mit dem Tinnitus auch eine gewissen
> Hochtonschwerhörigkeit einhergeht. Bei mir ist das auch so
> (Tinnitus-Start in 1995).

Ich trage reine Rauscher. Von einem KIND-Akustiker. Die Schwerhörigkeit
bei bestimmten Frequenzen habe ich auch schon bemerkt. Im Allgemeinen
habe ich kaum Schwierigkeiten damit. Allerdings muss ich die Geräte
abschalten, wenn ich mit zwei engen Freundinnen unterhalte, weil ich
deren Stimmlage kaum differenzieren kann. Wenn die Logik der Rauscher
funktioniert, und ich diese Frequenz irgendwann nicht mehr wahrnehme,
muss ich mir dahingehend was einfallen lassen.


> Das solltest du ändern... nimm so wenig wie möglich Pillekes. Ich z.B.
> brauch nur noch welche zum "etwas ruhiger werden" und was zum
> Einschlafen, manchmal was gegen Kopfschmerzen.

Im Moment werde ich ja hauptsächlich gegen die Depressionen medikamentös
behandelt. 12 mg Solvex und 100 mg Sertralin. Und eine Zopiclon zum
Einschlafen. Teste auch regelmäßig, ob es ohne funktioniert, ist aber
kaum möglich.

Eine medikamentöse Behandlung des Tinnitus direkt hatte ich im Sommer
mit verschiedenen Präparaten getestet, aber nach wenigen erfolglosen
Wochen abgesetzt.


>> Im Mai werde ich also in den Odenwald fahren und mich in der Klinik
>> Schloß Weidlingen behandeln lassen.  Dies war also auch nur die
>> Herleitung zu meiner Frage. Hat jemand von Ihnen schon einmal einen
>> längeren Aufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik gehabt?
>
> Ja, ich war in Bad Arolsen.

Neuester Stand: Weidlingen hat es abgelehnt, mich aufzunehmen. Also hat
meine gute Fee von der Krankenkasse einen Deal mit Bad Arolsen gemacht,
obwohl kein allgemeiner Leistungsvertrag besteht. Mitte Mai soll es
losgehen. Das ist insofern gut, weil ich den Plan, dorthin zu gehen,
bestimmt schon seit dem letzten Dezember hatte.

> Bei der Begrüssung hatten die meisten mächtig zu "schlucken":
es wurde
> uns reiner Wein eingeschenkt.
>
> Die meisten sind gekommen in der Annahme, dass der Tinnitus nach der
> Therapie "weg" ist. Aber bei der Begrüssung wurde uns
unverblümt gesagt,
> dass das nicht möglich sei. Man würde uns beim Erlernen einiger
> Thechniken helfen, um dadurch unsere Aufmerksamkeit auf den Tinnitus auf
> andere Dinge zu lenken.

Von dieser Vorstellung habe ich mich echt verabschiedet. Diese Erwartung
habe ich bewusst heruntergeschraubt, und will einfach nur noch einen Weg
finden, damit klar zu kommen. Alleine habe ich das bisher nicht geschafft.

>> Wie kann ich also das bestmögliche Ergebnis aus dieser Chance ziehen?
>> Bringt sowas nach Ihrer Erfahrung überhaupt etwas?
>
> Ich meine ja. Suche dir von den während der Therapie angebotenen
> Techniken die aus, die SPASS machen. Die solltest du dir einprägen und
> zu Hause weitermachen... ja weitermachen.

Ich habe halt überhaupt keine Erfahrung in solchen Dingen. War auch noch
nie im Krankenhaus (...klopf auf Holz..). Wenn man das aber wirklich
individuell regeln kann, ausprobieren und verschieben, dann macht mich
das schon ein wenig optimistischer.
Jacobsson habe ich schon einmal ambulant in einer Physiotherapie über
mehrere Wochen gemacht. Während dessen war es auch ganz wunderbar, nur
zuhause hat es nie so ganz geklappt. Einzelne Elemente (Schulter..)
mache ich heute noch.

Was mir ganz wichtig ist, ist eine fundierte Diagnostik aus einer Hand
und unter speziellen Parametern. Bisher habe ich  ja fünf verschiedene
Anlaufpunkte (HNO, Psychiater, Psychologe, Internistin), die aber alle
noch nie miteinander kommuniziert haben. In Bad Arolsen hoffe ich mal
auf eine interdisziplinäre Untersuchung.



> Viel Spass und Erfolg bei der Therapie
>
> Jürgen

Danke bis hierhin und bis zum Wochenende.


Martin

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