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<2002-06-16> Tinni-FAQ, Teil 5 Medikamenten-Erfahrungen

Von: Juergen Kuehne (hexelbox@gmx.de) [Profil]
Datum: 14.04.2006 13:20
Message-ID: <e1o0hh$3iv$03$1@news.t-online.com>
Newsgroup: de.etc.selbsthilfe.gehoer
Jürgen Kühne
Erstveröffentlichung 28.02.2000, copyright 2000-2006

Die Teile 4 bis 6 der Tinnitus-FAQ derzeit nur sporadisch in Newsgruppe
"de.etc.selbsthilfe.gehoer" veröffentlicht. Teile der FAQ auch im Web

http://www.liesmal.de/tinnitus-faq

Sonstige Veröffentlichungen nur mit Genehmigung des Autors.

Änderungen in einem Punkt mit *, neuer Punkt mit + gekennzeichnet


Tinnitus-FAQ Teil 5,  Medikamenten-Erfahrungen


12.2 Erfahrungen mit Medikamenten


Benzodiazepime (10.2000)
Vor ein paar Jahren habe ich gemerkt, daß mir Benzodiazepine
(Valium und ähnliches) sehr gut tun. Sie entspannen die Muskulatur
und Verspannungen besonders der Nacken- und Gesichtsmuskulatur. Da
diese Präparate abhängig machen, muß man vorsichtig mit ihnen
umgehen.
Ich habe jetzt immer etwas "Tavor" im Haus und weiß, daß ich mir
damit im Notfall helfen kann.

Benzodiazepime (10.2000)
Aus einem Artikel vom August 2000
Ein Benzo-Entzug kann sich über viele Wochen hinziehen...
und vom März 2000
Benzos taugen was für vielleicht 2 - 3 Wochen Einnahme (2-3 mal
die Woche) dann werden sie imho echt *gefährlich*. Meiner
Kenntnis nach sind sie massgeblich an der Entstehung meines
Tinnitus beteiligt und wie ich leider in der Zwischenzeit
erfahren habe, bin ich keineswegs ein Einzelfall.

Benzodiazepime (10.2000)
Und da wir gerade dabei sind, das Benzo das bei Tinnitus am besten
wirken soll, heisst hier Xanax (generic name: Alprazolam) Von
Tavor (in der Schweiz Temesta) merk ich schlicht gar nix, was
meinen Tinnitus betrifft. Der rauscht genüsslich vor sich hin.
Schlafen kann ich damit allerdings wie ein Engelchen :) (no worry,
1 Benzo-Entzug reicht mir für ein Leben lang :) )

Beruhigungsmittel (10/2001)
Bei mir wirken ein paar gut durchgeschlafene Nächte Wunder wenn
mein Tinnitus (seit 15 Jahren) sich wieder mal in den Vordergrund
drängt.

Cortison (06.2000)
Mittlerweile habe ich einen Zusammenhang zwischen der Lautstärke
des T. und der Verabreichung von Cortison festgestellt. Da ich
seit mehreren Jahren wegen eines allergischen Schnupfens
cortisonhaltige Nasensprays verwende (Pulmicort) ist mir nach und
nach bewusst geworden, dass Cortison meinen Tinnitus extrem
_verschlechtert_!

Cortison (06.2000)
Aber ich habe als Akutbehandlung gegen meinen Tinnitus Cortison in
meine Infusionen bekommen, und kann eigentlich auch nur sagen,
dass es sich eher verschlechtert als verbessert hat :-(((

Cortison (06.2000)
Mir ist das nicht passiert... mein HNO hatte das zwar
vorgeschlagen, aber... mein Hausarzt hatte damals gerade
Magenbakterien festgestellt (Helibakter pylori oder ähnlich), und
darauf hat der HNO die Therapie abgesagt, wäre ihm zu gefährlich.

Cortison (06.2000)
Wir haben hier einen dänischen HNO, der genau das auch tut. Leider
ohne Ankündigung. Und auch mir ist das überhaupt nicht bekommen.

[Hörsturz] OPC / Vitamin (10/2001) "oligomere Proanthocyanidine"
"biologisches" Präparat namens OPC. Das ist kein wirkliches
Medikament, sondern glaube ich so eine Art Vitamin...
Manche sagen, es wirke Wunder, aber bei meiner Mutter scheint es
nicht so wirklich zu wirken.

Infusionen
[...10 Infusionen durchgemacht]
Die bekannte Mischung zur Durchblutungsförderung mit zusätzlicher
Cortison-Gabe. Resultat: Scheinbare Besserung nach der 3. oder 4.
Infusion, dann Rückfall 2-3 Tage später, mittlerweile ist der
Tinnitus lauter als am Anfang.

Infusionen, Gingko, Akupunktur
Infusionen haben anscheinend niemandem geholfen, in Amerika wirds
meines Wissens gar nicht gemacht. Akupunktur & Gingko haben in
Studien etwa den Rang eines Placebo erreicht, HBO ist stark
umstritten; cranio-sakrale Behandlung / Entspannungsübungen
können anscheinend einen generellen Befindlichkeitsbonus und in
einigen Fällen eine Verbesserung des T bewirken, aber keine
Heilung.

Kava (02.2000)
meine Neurologin hat mir jetzt Kava (Kavacur) verschrieben. Wie
in dem von Urs angesprochenen URL mit sehr positiver Darstellung
wird Kava wohl wirklich häufiger in D verschrieben. Auf dem
Beipackzettel stehen wirklich so gut wie keine Nebenwirkungen.

Kava (03.2000)
nicht im Zusammenhang mit T, aber als mildes Muskelrelaxans
(Abteilung Nackenverspannungen / Nachbehandlung HWS) wurde mir das
mal empfohlen, ich habe eine ganze Weile Kavasedon genommen, war
wirklich angenehm und wirksam, Nebenwirkungen sind gleich Null.

Kava (03.2000)
Nachdem ich jetzt 2 Wochen Kavacur nehmen, meine ich, dass ich
besser einschlafen kann. Es dauert scheinbar nicht mehr so lange
wie vorher, die Einschlafphase. Ich nehme aber weiterhin meine
Schlaftabletten Stilnox und auch Melatonin.

Kopfschmerzen (06.2000)
Bei mir ist die Wirkung der Tabletten übrigens unterschiedlich...
Thomapyrin     hilft sehr schnell und gut
Paracethamol   hilft in akzeptabler Zeit und Wirkung
Aspirin        brauche ich 2 - 3 Tabletten, um Wirkung zu spüren

Kopfschmerzen (11.2000)
Das Aspirin hab ich konsequent weggelassen, es hat meinen Tinnitus
nur noch verschlechtert. Im Falle eines Falles nehm ich
Paracetamol von Ratiopharm. Und ich bin sogar der Meinung, dass
seitdem der Tinnitus insgesamt besser geworden ist.

Magnesium
Magnesium war tatsächlich ein sehr guter Tip aus dieser NG.
Seitdem ich das nun nehme habe ich keinen einzigen kurzeitig
lauteren Tinitusanfall mehr gehabt.

Magnesium
Abgesehen von zwei Warnungen vor Nebenwirkungen (die aber nicht
auf Erfahrungen, sondern lediglich auf Internetquellen beruhten)
habe ich nur von positiven Erfahrungen gehört - z.T. auch in
persönlichen Mails, die nicht in der NG veröffentlicht wurden.
Die DTL - Deutsche Tinnitus Liga führt in ihrer Infobroschüre auf
der Seite "Therapieerfolge" das Magnesium mit einer 42,1%igen
Erfolgsquote auf. Ich selbst kann - wie auch die anderen Anwender
nur bestätigen, daß Mg bei mir den T. insgesamt dämpft und vor
allem die Spitzenbelastungen bisher erfolgreich bekämpft.

Magnesium
Ich nehme seit etwa Mitte November 99 täglich 1 Kapsel "Bilatin",
die 250mg Magnesiumoxid enthält. Mein Apotheker meint, daß diese
Menge etwa 100g reinem Magnesium entspricht. Seit etwa drei
Wochen nehme ich täglich 2 dieser Kapseln. Und in letzter Zeit
hatte ich selten wirklich schlimme Ohrgeräusche, es ist also eher
eine Besserung feststellbar.
Aber nun kommt es: Zweimal, das erste Mal vor etwa einer Woche,
zuletzt heute, vergaß ich die mittägliche Einnahme der zweiten
Kapsel. In beiden Fällen war nachmittags der Tinnitus erheblich
heftiger als sonst.

Magnesium
Nur ein kleiner, hoffentlich unnötiger Hinweis. Selbst wenn man
nur eine leichte Nierenfunktionsstörung hat, kann man sich mit
zuviel  Mg eine Vergiftung holen. Also vielleicht nicht nur die
Öhrlein, sondern auch die Nieren etwas im Auge behalten.

Magnesium
aus "Bittere Pillen 1999-2001"...
Die Einnahme von Magnesiumpräparaten ist nur bei entsprechendem
Mangelzustand zweckmäßig. Ein Magnesiummangel kann bei
Alkoholikern auftreten und die Folge einseitiger Ernährung sein.
In schweren Fällen kann es zu Zittern und Krämpfen kommen. Ein
Magnesiumüberschuß (z.B. bei Magnesiumeinnahme durch Nierenkranke)
kann bis zu Lähmung und Bewußtlosigkeit führen.
In den letzten Jahren ist die Verschreibung von Magnesium zur Mode
geworden - Magnesium soll angeblich gegen Arteriosklerose,
psychosomatische Beschwerden, vegetative Dystonie, Streß, Durch-
blutungsstörungen, Lärmempfindlichkeit, Alkohol- mißbrauch, zur
Thromboseprophylaxe und viele andere Beschwerden helfen. Dafür
gibt es jedoch keine seriösen Belege.

Magnesium
Irgendwann in den letzten 2 Wochen las ich dann das erste mal was
von Magnesium. Da es ja (hoffentlich) nichts schadet, habe ich mir
am 21.01. (Freitag) Brausetabletten mit je 400mg Magnesiumcarbonat
im Supermarkt gekauft und eine pro Tag genommen. Bis Mittwoch
(26.01) änderte sich an meinem T nichts, aber Donnerstag schien er
mir dann etwas leiser. Am Freitag wurde er dann noch leiser, und
blieb so bis jetzt.

Magnesium
Nach meinen bisherigen Erfahrungen liegt die erfolgreiche
Dosierung bei 500mg reinem (!) Mg täglich, darüber verändert sich
nicht mehr viel. Allerdings sind in Bezug auf die Überdosierung
(400mg sind empfohlen) meine Erfahrungen noch nicht fundiert
genug.

Magnesium
Warnsignal bei hohen Dosierungen: Wasseransammlung im Gewebe, was
auf Nierenprobleme schließen läßt (Meine Nieren sind und waren
immer kerngesund). Daher halte ich höhere Dosierungen für
bedenklich.

Magnesium
die Einnahme von Magnesium ist günstig, die lauten Anfälle sind
seitdem sehr sehr selten geworden und auch der "Grundtinnitus" ist
leiser geworden bis hin zur zeitweisen absoluten Stille

Magnesium, Begründung eines Apothekers
Es wirke Muskelverkrampfungen entgegen. Nun habe ich seit geraumer
Zeit total verhärtete Nackenmuskeln, und ein Zusammenhang dessen
mit Tinnitus wird sowohl in der Fachliteratur als auch in vielen
Postings (de.sci.medizin.misc) immer wieder beschrieben. Wichtig
ist natürlich eine sorgfältige Dosierung, da überschüssiges
Magnesium sonst im Körper (Nieren?) angesammelt würde.

Magnesium (12.1999)
seitdem ich regelmäßig Magnesium einnehme (empfohlene Tagesdosis),
sind die kurzzeitigen Anfälle sehr lauten Tinnitus w e g, die
zuvor alle paar Tage auftraten. Dieser Zustand hält jetzt schon
viele Wochen. Ich weigere mich zu glauben, dass das Zufall ist.

Magnesium (12.1999)
Ich habe meinen Arzt darauf angesprochen, und er hat mir ein
Magnesium/Calcium-Präparat verschrieben. Wenn ich ihn richtig
verstanden habe, ist die Kombination wichtig, weil der Körper für
die Verarbeitung des Magnesium genügend Calcium braucht.

Magnesium (02.2000)
Weil ich nen chronischen Mg-Mangel hab, hab ich ab & zu vorher
schon mal 300 mg geschlürft. Jetzt hab ich täglich genommen und
doppelt soviel. Zuerst mal, oh Freude, ist der Tinnitus leiser
geworden. Deutlich sogar. Zwar 'nur' direkt nach der Mg-Gabe, aber
immerhin.
Aber, was anfangs nur ein Verdacht war, ist jetzt ziemliche
Gewissheit. Er ändert damit auch den Ton.

Magnesium (02.2000)
Ich nehme seit zwei Wochen ebenfalls 400mg reines Magnesium
täglich, geändert hat sich - gar nichts, obwohl ich Magnesium-
Mangel hatte (nächtliche Wadenkrämpfe sind jetzt wenigstens weg).

Magnesium (02.2000)
In meinem neuen Büchlein mit den Laborwerten steht drin, 300 - 350
mg sollen Tagesdosis sein.

Magnesium (02.2000)
Die Frage, die ich mir stelle ist nur, ob das alles eine objektive
Besserung ist, oder doch nur subjektiv, sprich: Bilde ich mir nur
ein, daß mein Tinnitus leiser geworden ist. Im Grunde kann es mir
allerdings egal sein, Hauptsache es geht mir besser.

Magnesium (03.2000)
Zu Beginn nahm ich 5 Stück, also 300 mg täglich. Nach ca. 4-5
Tagen wurde mein Tinnitus tatsächlich grundsätzlich etwas leiser.
Vor allem fielen die Spitzenzeiten, wie z.B. abends, deutlich
milder aus. Fein!

Magnesium (03.2000)
nachdem ich hier in der NG gelesen habe, daß Magnesium manchmal
hilft, hab ich auch gleich ca 450 mg am Tag geschluckt (Motto
"viel hilft viel", bis 600 mg sollen ja ungefährlich sein) und
peng: da war der Tinnitus wieder in Höchstform!

Magnesium (04.2000) (Lutschtabletten)
Ich habe also meine vier Tabletten genommen, mich ins Bett gelegt,
geschlafen, bin aufgewacht und habe meinen Tinnitus noch nie so
schlimm erlebt wie jetzt!

Magnesium (04.2000)
Ich habe den Tip hier aus der Gruppe und habe seitdem fast gar
keine kurzen Piepsattaken mehr. Auch das Gesamtgeräusch ist ein
wenig leiser geworden. Ich nehme nun seit ca. 5 Monaten
regelmässig Magnesium und möchte es auch nicht mehr missen.

Medikamente allgemein (10.2000)
Glaube nicht jeder Werbung. Vielfach wird vermutet, dass diese
Medikamente so wenig "Wirkstoff" haben, dass sie nicht "schaden"
können. Aber... die Wirkung ist häufig nur im Geldbeutel zu
spüren. Wenn ein Medikament bei jemandem wirkt, soll er ruhig
dabei bleiben, vielleicht macht auch der Glaube etwas aus.

Nasenspray (03.2000)
Nasensprays sind für Tinnitus nicht gut, weil Nasensprays
Gefässverengungen verursachen, und das Innenohr ist so verd...
nahe, sogar mit den Tuben mit der Nase verbunden.

Polytamin (07.2000)
Also, ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein
Arzt Tabletten probiert, diese alle seine Patienten heilt und
_mein_ Arzt mir diese noch nicht verschrieben hat bzw. in einer
seriösen Zeitschrift etwas darüber stand.

Polytamin (08.2000)
Meiner Meinung nach handelt es sich um Vitamine --> Poly - tamin
Das wuerde auch zur Erfahrung von Linus Pauling
(Nobelpreistraeger) passen. Er hat die Wirksamkeit von Vitaminen
im Zusammenhang der Beseitigung von Gefaeßverkalkung im Herzen
erkannt.
Warum sollten diese Vitamine nicht auch in den Kapillargefaeßen
des Ohrs die Durchblutung verbessern.
Also ganz abwegig erscheint mir die Vitamintherorie nicht ... nur
das der Vitaminmix neu benannt und dann fuer viel Geld verkauft
wird ist nicht OK.

Polytamin (09.2000)
Ich habe es mit Polytamin versucht und bin nun schlauer als zuvor.
Anfang 1-0-1 Tabs. Es trat eine totale Veränderung der Tonhöhen
und der Taktfolge ein, es schepperte und klingelte in allen Ecken
in einer noch nie gehörten Lautstärke.
Zwei Wochen nach Beendigung der Einnahme ist mein T wieder in
guter alter Form zurückgekehrt und ich bin um eine Erfahrung
reicher. Traue keiner groß aufgezogenen Werbung ,ist in der Regel
nur heiße Luft.

Polytamin und negative Wirkung (09/2000)
Dosis die ersten 5 Tage morgens 1 Tab. abends 1 Tab. Es trat eine
totale Veränderung der Tonhöhen und der Taktfolge ein, es
schepperte und klingelte in allen Ecken in einer noch nie gehörten
Lautstärke. Zwei Wochen nach Beendigung der Einnahme ist mein T
wieder in guter alter Form zurückgekehrt und ich bin um eine
Erfahrung reicher.

Polytamin und Wirkung (01/2001)
Nach gängiger Meinung _kann_ Polytamin ja garnicht wirksam sein,
auf dieser Standpunkt-Seite der DTL:
http://www.tinnitus-liga.de/news3.htm



keine Gewähr für genannte bzw. weiterführende Links
======== Ende Tinnitus-FAQ, Teil 5 ===========

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