Tod eines Models
Von: methodikus@googlemail.com [Profil]
Datum: 18.07.2008 08:13
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Newsgroup: de.etc.finanz.misc
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Tod eines Models Der Suizid des 20 jährigen Models Ruslana Korschunowa aus Kazakhstan Author Selzer-McKenzie es klingt schrecklich, wenn ein schönes Mädchen aus dem Fenster springt: wie ein Gewehrschuss, eine Bombe, eine Explosion, sagt einer der zwei Zeugen, die mitbekommen ha-ben, wie Ruslana Korschunowa (20) am vergangenen Samstagnachmittag um kurz vor halb drei aus dem neunten Stock ihres Apartmenthauses in Downtown New York auf die Straße stürzte. Es ist das seltsame Ende einer schnellen Model-Karriere: Vor fünf Jahren wurde Kor-schunowa in der Stadt Almaty im Südosten Kasachstans entdeckt. Glaubt man ihren PR-Leuten, verliebte sich die Agentin Debbie Jones beim Landeanflug in Korschunowas lange, blonde Haare und grüne Augen, nach-dem sie das Mädchen im Magazin der Flug-linie gesehen hatte: „Sie sah aus wie eine Märchenfigur!" Korschunowa war damals als Werbung für das Land fotografiert wor¬den, das erst Jahre später durch den Film „Borat" etwas bekannter werden sollte. Eine schöne Geschichte macht ein schönes Mädchen manchmal noch schöner, so auch in Ruslanas Fall: Jones setzte „Himmel und Hölle in Bewegung", um den Rohdiamanten zu finden; aus der tristen Steppe Kasachstans kam das Mädchen ins Glitzerland USA, triumphierend präsentiert wie ein lange verschollenes Prinzesschen, dem nun die Weltherrschaft zustand. Schnell unterschrieb sie bei der Agentur IMG, wurde für Marc Ja-cobs, DKNY, Christian Dior, Vera Wang und Nina Ricci fotografiert und kam 2003 auf ein „Vogue"-Cover in Russland. Nun endete das Gesicht zerschmettert auf dem Asphalt der New Yorker Water Street. Anzeichen für Fremdeinwirkung gebe es nicht, sagt die Polizei, aller Wahrscheinlich¬keit nach habe Ruslana sterben wollen. Wie immer in so einem Fall fragt sich die überle¬bende Welt: Warum, sie hatte doch alles? „Sie kam gerade aus Paris zurück und war schon wieder für Mailand gebucht", sagt die Mutter, der Ruslana regelmäßig Geld nach Kasachstan schickte; „sie liebte ihren Job und das Leben hier", sagt Mark Kaminsky, ihr letzter Freund; nur ihr Exfreund Artem Per-chenok meint, sie habe sich öfter sehr unter Druck gesetzt gefühlt und in letzter Zeit über Magenschmerzen geklagt. Vielleicht sei sie überarbeitet gewesen, vielleicht hatte sie zu viel Stress, vielleicht war sie einfach nur un-glücklich. Vielleicht, vielleicht, vielleicht. In dem Blog, den Ruslana von ihren Jobs in aller Welt aus führte, gibt es kaum Viel-leichts. In der apodiktischen Klarheit eines Teenagers schreibt sie über Einsamkeit und die Liebe, die sie als Drama erlebt - wie denn auch sonst? Die Liebe ist wie Goldstaub, der kurz über einem ausgeschüttet wird, dann aber verwehen muss. Das Leben ist zart, die Engel weinen, und wer sich Herz und Seele bricht, ist selber schuld, schreibt die Prinzes-sin, die manchmal so wirkt, als wünsche sie sich ein Gegenüber, das genau in diesem Moment antworten würde: „Ach, stimmt doch gar nicht, Baby - so ein romantischer Quatsch. Und jetzt komm zurück in meinen Arm, einschlafen!" In der Nacht vor dem Sturz hatte sie zu-sammen mit ihrem Exfreund Artem noch den Film „Ghost" gesehen: eine Liebes¬geschichte aus den Achtzigerjahren mit Demi Moore und Patrick Swayze. Er wird um¬gebracht, kehrt aber über ein Medium zu Moore zurück. Der Tod wirk t gar nicht so schlimm in diesem Film: wie eine sanft ver¬zeichnete Traumwelt; ein angewärmtes Frot¬teehandtuch, in das man sich wickeln kann, wenn's draußen zu kalt wird. Die ganze Welt sah Ruslanas Karriere als Märchen. Sie selbst offenbar nicht.[ Auf dieses Posting antworten ]
