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Re: Fahrausbildung

Von: Radbert Grimmig (grimmig@cityweb.de) [Profil]
Datum: 26.06.2008 12:33
Message-ID: <48637071$0$7544$9b4e6d93@newsspool1.arcor-online.net>
Newsgroup: de.etc.fahrzeug.auto
Frank Kemper schrieb:

>Radbert Grimmig wrote:
>
>> Lern einfach mal Auto
>> fahren, dann sprechen wir wieder.
>
>Ich habe den IIIer seit 28 Jahren, den IIer seit 25 Jahren, okay, den A
>offen erst seit zwei Jahren. ich bin jetzt ungefähr eine halbe Million
>Kilometer gefahren. Wieso glaubst Du, mir sagen zu müssen, ich solle
>Auto fahren lernen?

Es war so was von absehbar, dass du jetzt auf derartige nichtssagenden
Fakten verweisen würdest.

Durch jahrelanges Rumeiern im Straßenverkehr lernen die meisten Leute
in Jahrzehnten sehr sehr wenig in Sachen Fahrtechnik. Sorry, Fakt. Sie
bilden lediglich mehr Routine in den Abläufen, die wirklich dauernd
vorkommen, und werden nach Beinahe-Crashs, wo sie sich echt
erschrecken, ein wenig misstrauischer bei den entsprechenden
Fahrsituationen. Das ist alles. In mancherlei Hinsicht *verlieren* sie
sogar ohne das beständige Genörgel des Geldscheff^hFahrlehrers an der
Seite an Fahrtechnik - die Kurvenlinie wird schlampiger, die
Präszision nimmt allgemein ab, rückwärts eingeparkt wird sowieso nicht
mehr.

Ich bin mir vollkommen sicher, sogar du mit deiner unglaublich
reichhaltigen Erfahrung würdest in einem Einsteiger-Training noch was
lernen.

Die Fahrmanöver, die man da *trainiert*, die kommen im Alltag mit
etwas Glück *niemals* vor, bei den meisten Leuten jedenfalls extrem
selten. Trainieren bedeutet, sich vorher gedanklich mit dem
geforderten Manöver auseinandersetzen und es danach so lange *üben* -
richtig mit externem Feedback und allem - bis man es nicht nur drauf
hat, sondern im Idealfall routiniert abrufen kann, ohne bewusst drüber
nachzudenken.

Das ist was völlig anderes, als zwei Mal im Jahr etwas heftiger in die
Eisen zu gehen oder mal nen kleinen Schlenker machen zu müssen. Zumal
man im Straßenverkehr in solchen Situationen in der Regel andere
Sorgen hat, als daraus auch nur kognitiv was zu lernen, geschweigen
denn auf der psychomotorischen Ebene.

*Wenn* diese Fahrmanöver also im Straßenverkehr benötigt werden, ohne
dass man auf diesem Level trainiert ist, dann hat man entweder nacktes
Glück oder es gibt einen Unfall.

So einfach ist das.

Und da du gerade auf den Motorradlappen abhebst, erhöhe ich um: Lern
erst mal Motorrad fahren.

Auf diesem Verkehrsmittel ist mangels Knautschzone das Training noch
mal diverse Zehnerpotenzen wichtiger. Heutzutage ist da
zugegebenermaßen auch die Ausbildung etwas intensiver, aber als du
diesen Lappen gemacht hast, reichte es ja nun quasi aus, eine Runde
unfallfrei durch die Innenstadt zu drehen. Falls du beispielsweise
noch keine Gefahrenbremsung in der beschriebenen Weise trainiert hast,
kann nicht der geringste Hauch eines Zweifel daran bestehen, dass du
die tatsächlich mögliche Bremsleistung deines Motorrads im Notfall
nicht mal unter optimalen Bedingungen auch nur ansatzweise abrufen
könntest. Geschweige denn im Nassen oder so.

>Könntest Dich übrigens auch mal mit deutscher Grammattik
>auseinandersetzen;-)

Wundert mich auch überhaupt nicht im Geringsten, dass ausgerechnet dir
an dieser Stelle nix als ein Spellflame einfällt.

Schreib doch einfach erst dann über Sinn und Unsinn von Fahrtrainings,
wenn du echt weißt, worums geht. Will sagen: Mach erst mal eins.

--

Gruß
Radbert

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