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Konstruktionsbedingte Vor- und Nachteile des Elektroantriebs (neutral betrachtet)

Von: Frank Husel (nomail@invalid.com) [Profil]
Datum: 28.06.2008 19:11
Message-ID: <g45r4o$bro$01$1@news.t-online.com>
Newsgroup: de.etc.fahrzeug.auto
Mösl, halt die Klappe.


Lassen wir die viel beschworene Umweltfreundlichkeit mal
außen vor. Denn so, wie sie diskutiert wird, verengt sie
den Blick auf bestimmte Aspekte. Ich möchte einfach mal
fragen, welche Änderungen sich im Detail ergeben, wenn
man ein vierrädriges Fahrzeug mit Elektroantrieb statt
konventionellem Verbrenner konzipiert und zusammenbaut.

Im Grunde ist bereits ein Verbrenner ein Hybrid, denn
er muss ja unausweichlich auch mit elektrischer Energie
umgehen: Der ganze Kram, der elektrisch betrieben werden
muss und den, auf den niemand verzichten will oder
kann: Zündung und deren Steuerung, Anlasser, Beleuchtung
innen und außen, Steuerungen und Anzeigen aller Art;
dazu der ganze Kram, der für manche reiner Luxus,
für andere unverzichtbar ist wie elektrische Fensterheber,
ZV, Navi, Autoradio für Verkehrsfunk, ...  etc etc. pp.

Zum Antrieb kommen weitere unvermeidliche Sekundärsysteme:
Kühlung mit Radiator, Pumpe und Steuerung, Auspuff mit
Katalysator-Nachbereitung, Schalldämpfung. Hinzu kommt die
nachgeschaltete Kraftübertragung aus Getriebe, Welle,
Differentialen, Rädern, wasweißich. Auch haben bestimmte Fz
noch zusätzliche Systeme wie Servo-Lenkung und -Bremsen, die
offenbar nicht immer elektrisch betrieben sind.

All das verursacht Reibungen, verlangt Energieumwandlung mit
Transformationsverlusten und lädt dem Fahrzeug Gewicht auf.

In Anbetracht dessen ist es einleuchtend, dass die Beschränkung
auf ein elektrisches System allein sofort gewisse Vorteile bringt,
weil bestimmte Systeme einfach entfallen. Es gibt nicht einen,
sondern mehrere Motoren, die direkt in die Räder eingebaut werden.
Es entfällt der gesamte Kraftübertragungsstrang mitsamt seiner
Anfälligkeit, Reibung und Masse. Die Ansteuerung der Räder kann über
Kabel realisiert werden. Alle Wandlersysteme und relativ ineffiziente
Energierückgewinnungssysteme wie ein Turbo entfallen.

Bekanntermaßen ist beim E-Antrieb die Energiespeicherung das Problem.
Akkus sind schwer und laden dem Fahrzeug nun ihrerseits die eingesparte
Masse wieder auf. Natürlich gehört eine intelligente Steuerung des
E-Systems zum Fz., sowohl fürs Fahren wie auch fürs Aufladen. Hinzu
kommt, dass die Abwärme eines Verbrenners quasi umsonst zur Verfügung
steht; Heizen beim Elektroantrieb verlangt also "zusätzliche" Energie
und geht von der Kapazität der Akkus und damit von der Reichweite ab,
und es verlangt eine gute Isolierung des Fz.


Frage nun: Welche Sekundärsysteme verlangt ein primär elektrischer
Antrieb nun seinerseits, an die ich nicht gedacht habe? Und was
wird beim Umstieg von Verbrennung auf Elektro noch überflüssig?
Welche Seiteneffekte und Querverbindungen gibt's da noch, welche
Vor- und Nachteile leiten sich daraus ab?

Wieviel Masse macht so ein Motor mitsamt den entfallenden Sekundär-
systemen nun bei einem kleinen, mittleren oder großen Auto aus?
(Ich habe keine Vorstellung davon).


Schönes WE!

Frank



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