Privatisierung, Ausschreibungen = Lohndrückerei
Von: Lüko Willms (l.willms@domain.invalid) [Profil]
Datum: 14.06.2008 18:42
Message-ID: <czd2LKcn8EGd-pn2-i9bPxk1fjczM@lueko.willms.dialin.t-online.de>
Newsgroup: de.etc.bahn.bahnpolitik
Datum: 14.06.2008 18:42
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Newsgroup: de.etc.bahn.bahnpolitik
Die am Donnerstag verkündete fristlose Kündigung des Verkehrsvertrags des VRR mit der DB Regio NRW GmbH hat es nochmal deutlich gemacht: mit Ausschreibungen der Verkehrsleistungen sollen vor allem die Löhne der Arbeiter (incl. Angestellten) bei den Verkehrsunternehmen gesenkt und deren Arbeitszeiten ausgedehnt werden. Nachdem der VRR unter Bruch des 2004 für 300 Mio Euro(Jahr abgeschlossenen Vertrags die Zahlungen an die DB Regio schon seit 2007 um 45 Millionen Euro pro Jahr gesenkt hatte, weil er meinte, die Preise seien zu hoch, und dann auch noch eine weitere Million Euro pro Monat einbehält. Mit neuen Verträgen nach schnellen Ausschreibungen will VRR-Chef Martin Husmann (CDU) 30 bis 45 Millionen Euro pro Jahr weniger für den Eisenbahnverkehr im Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr ausgeben, wie er in einem Interview mit der Wirtschaftswoche mitteilte. > <http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/fruchtlos-gedroht-296290/> Das dies Lohndumping bedeutet, haben alle Eisenbahnverkehrsunternehmen in Worten und Taten deutlich gemacht, auch und gerade die DB AG mit ihrem Auschreibungsgewinn der Strecke Aachen - Siegburg - Siegen mit der schon berüchtigten, nicht tarifgebundenen Tochtergesellschaft "DB Heidekrautbahn" und mit dem Einspruch gegen die Vergabe des S-Bahn Verkehrs in der Region Bremen an einen billigeren Konkurrenten, um sich bei einer Neuausschreibung ebenfalls ohne Tarifbindung durchsetzen zu können. Der "Arbeitgeberverband Deutscher Eisenbahnen" (AGVDE) hatte dies bereits im Januar durch einen energischen Protest gegen Überlegungen der Bundesregierung ausgedrückt, wonach auch für die Eisenbahnbranche ein Mindestlohn per Entsendegesetz eingeführt werden könnte. > <http://www.agvde.de> ("AGVDE Aktuell" im linken Menu anklicken) (die Firmen des Konzerns der DB AG sind durch den "Agv MoVe" - Arbeitgeberverband Mobilität und Verkehr - vertreten). Die "Arbeitgeber" der Eisenbahn geben an, daß ihre Verkehrsdurchführungsverträge ihre Firmen in den Bankrott treiben würden, wenn ein Mindestlohn für ihre Branche eingeführt werden würde. Alternativ müßten sie die Verträge mit den öffentlichen Auftraggebern kündigen und höhere Zahlungen verlangen. Die Strategie von Martin Husmann (CDU) zielt darauf ab, die Löhne bei den Verkehrsunternehmen noch weiter in den Keller zu treiben. Dagegen ist eine energische Gegenwehr aller Arbeiter im Transportgewerbe gefordert, die die entschiedene Solidarität aller anderen Gewerkschaften verdient. Wir brauchen endlich den Branchentarifvertrag, der die maximalen Löhne und kürzesten Arbeitszeiten aller Einzeltarifverträge für alle Verkehrsunternehmen verbindlich festlegt. mfG, L.W.[ Auf dieses Posting antworten ]
