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Re: Oberfläche für GnuPG?

Von: Ertugrul Soeylemez (do-not-spam-me@ertes.de) [Profil]
Datum: 14.11.2007 08:03
Message-ID: <20071114080359.36c8dd75@ertes.de>
Newsgroup: de.comp.security.misc
Arno Welzel wrote:

> > Das kann man ihnen auch gar nicht übelnehmen.  Wo der
Entwickler
> > eine Wahl hat, wird er den für ihn bequemsten Weg gehen, oder
> > zumindest einen einigermaßen bequemen.  Man muss auch bedenken, da
ss
> > viele berufliche Programmierer unter Stress arbeiten.
>
> Die Abfrage von Umgebungsvariablen läuft für
Entwickler unter W
indows
> recht transparent ab - getenv() kann man in C++ da auch benutzen.

Gab es dafür nicht extra Funktionen der Windows-API?  Wenn ich mich
recht erinnere, ist es nicht empfehlenswert, dafür die Env-Variablen zu
lesen.


> > Die Windows-APIs sind -- und das weiß ich aus eigener schmerzhafter
> > Erfahrung -- sehr anstrengend.  Deswegen, muss ich zugeben, habe ich
>
> Frameworks existieren. Standard-Bibliotheken auch. Es muss ja nicht
> unbedingt die MFC sein ;-)

Die MFC ist da noch gar nichts.  Ich erinnere mich an meinen ersten und
letzten Versuch, ein Direct3D-Programm in C++ zu schreiben.  Die
Identifier-Namen haben mich schon übermüdet.  Dazu kam, dass
man
mehr
Zeit in der Online-Hilfe verbracht hat als in der IDE.  Structs mit >10
Members, Funktionen mit >5 Parametern, etc.  Den Kram kann man einfach
nicht auswendiglernen.


> > In anderen Systemen sind die APIs in der Regel wesentlich
> > entwicklerfreundlicher, und dem Entwickler wird keine allzu große
> > Wahl
>
> Du hast schon mal eine X11-Anwendung ohne Framework dazu gebaut?

Nein.  Das ist nicht viel besser.  Aber ich denke, dass die X-Bibliothek
nie darauf ausgelegt war, von Anwendungsprogrammierern direkt benutzt zu
werden.  Es ist ja heute normal, GTK+ o.ä. zu benutzen.  Unter Windows
ist es normal, die API direkt anzusteuern oder irgendeine proprietäre
Spracherweiterung (wie z.B. Borland C++ 6) zu benutzen.


> > geboten.  Obwohl ich, wenn ich mir `ls -A' ansehe, nicht sagen kann,
> > dass in meinem Home-Verzeichnis unter Linux Ordnung herrscht, halten
> > sich die Entwickler doch zumindest an die Konvention, dass sie dort
> > ein verstecktes Verzeichnis oder eine versteckte Datei erstellen,
> > und dass alle Konfigurationsdaten in eben diesem/dieser landen.
>
> Mehr aber auch nicht. Es gibt unter Linux nicht mal ein API, das ein
> einheitliches Format sicherstellt - ausser man verwendet eben doch
> wieder ein Framework und/oder geht davon auss, dass jemand Gnome oder
> KDE verwendet und man dessen Funktionen nutzen kann.

Es gibt Bibliotheken, die nicht von irgendwelchen Desktop-Umgebungen
abhängen.  Die gewährleisten auch ein einheitliches Format. 
Nat
ürlich
liegt es im Ermessen des Programmierers, diese zu benutzen.


> Was an einem GetProfile...() oder WriteProfile...() so schmerzhaft
> sein soll, ist mir nicht so ganz nachvollziehbar.

Schmerzhaft nicht, aber auch hier muss der Programmierer entscheiden, wo
die Datei landet.  Die systemweite INI-Datei (wie auch immer die hieß)
wird der Programmierer hoffentlich nicht verwenden wollen.  Der einzige
Vorteil ist ein von Haus aus einheitliches Format.  Ich hoffe, dass ich
hier keine API-Funktionen durcheinanderbringe.


> > Außer Konfigurationsbibliotheken zu benutzen, die im Wesentlichen
> > das Gleiche tun, aber entwickler- und benutzerfreundlicher sind, hat
> > der Entwickler hier ohnehin keine besonders große Auswahl.
>
> Dann wundere ich mich aber, dass fast jede Anwendung unter Linux ihr
> eigenes Süppchen kocht, was das Format der Konfigurationsdateien
> betrifft.

Das liegt wohl unter anderem daran, dass das Konzept der
Konfigurationsdaten von Programm zu Programm unterschiedlich ist.  Das
ist natürlich keine gute Ausrede.  Ein einheitliches Format muss her,
da
hast du Recht, und das bessert sich auch allmählich.  Man kann sagen,
dass zumindest so gut wie alle Formate menschenfreundlich sind.

Die ersten bekannten Programme haben auch schon angefangen, XDG_* zu
benutzen.  Nicht wenige Programme sind auf XML umgestiegen.  Ansonsten
ist das mit den Formaten nicht allzu schlimm.  Die meisten Formate
erklären sich durch die Beispielkonfigurationen von selbst.  Wenn nich
t,
dann findest du in der Regel schnell die passende Manpage zum Format.


MfG,
Ertugrul Söylemez.


--
Security is the one concept, which makes things in your life stay as
they are.  Otto is a man, who is afraid of changes in his life; so
naturally he does not employ security.

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