nochmal ct-Bericht
Von: Thomas Richinger (thr@mpipsykl.mpg.de) [Profil]
Datum: 03.08.2005 08:46
Message-ID: <42F0684F.4B33@mpipsykl.mpg.de>
Newsgroup: de.comp.os.be
Datum: 03.08.2005 08:46
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Liebe Mitleser und BeOS- bzw. Zeta-Benutzer, Leider kam ich erst vorgestern dazu, den Bericht (oder Test oder Artikel) über Zeta in der 14er-Ausgabe zu lesen. ct, für mich eigentlich immer ein ernsthaftes Magazin, dass sich auch abseits von MS Windows in seinen verschiedenen Erscheinungsformen mit Hard- und Software befasst. Mittlerweile bin ich wohl zum 5ten Mal durch, und ich weiss nicht, was mit der einst von mir geliebten ct los ist: Da kommt doch glatt ein neues Betriebssystem raus, und der ct ist das ganze einen gerade mal Doppelseitigen Bericht mit knapp 7 Spalten (grosszügig gezählt) wert. Hm, für irgendein neues Plugin für Windows ist doch sonst immer 5 bis 10 Seiten Platz, und gibt uns die ct nicht seit zwei Jahren regelmäßig auf ca. 20 Seiten Aufschluß über mögliche Features im neuen Windows Longhorn? Der Artikel an sich (Test kann mans ja wohl nicht nennen) entspricht qualtitativ auch nicht dem, was ich eigentlich glaubte, von der ct gewohnt zu sein. Ein Betriebssystem ist doch was anderes als die mitgelieferten Videoplayer oder die Webbrowser von Fremdfirmen? Ein siebtel des ganzen Berichts geht schon mal für einen Rückblick auf die Ge- schichte von BeOS bzw. Zeta drauf. Gut, das liegt im Ermessen des Einzelnen, ich finds Anteilsmäßig zu lang. In der zweiten Spalte kommt man auch schon zur Sache, Zeta bringt jetzt Unterstützung für Firewire, Serial-Ata und mehr RAM mit. Aber schon nach diesem einen Satz zum Gegenstand des Artikels gehts wieder los mit Rückschau: wie lang hats doch gedauert, wieviele Vorversionen gabs. Nun gehts langsam los, es wird von einem "neuen, brauchbaren Partitionierer" erzählt. Hm, hab ich den übersehen? DriveSetup sieht meiner Meinung nach immer noch genauso aus wie in meiner ersten BeOS-Version, und das war die 4.5. Allerdings stimme ich hier zu: brauchbar ist er, auch wenns Schade ist, dass man keine logischen Partitionen anlegen kann. Danach kommt eine Aussage, die ich nicht so ganz nachvollziehen kann: Zeta soll mit einer 1 GByte-Partition auskommen, weils ja so toll auf FAT-Partitionen zugreifen kann. Hm, wahrscheinlich kanns dahin auch swappen? Meine Zeta-Installation braucht ohne swap schon deutlich über 1 GByte, wie macht der Tester das? Mit einem GByte kam ich grad so mit BeOS 5 über die Runden, hat der Tester auch wirklich die aktuelle CD? Nun kommt ein Absatz, in dem die Installationsprobleme auf einem ganz spezifischen Rechner mit SCSI-CD-ROMs beschrieben werden. Das wird dann einfach so im Raum stehenlassen, hat der Tester mal ein anderes Laufwerk oder eine andere CD versucht? Mir ist es unter allen möglichen Betriebssystemen schon passiert, dass ich mit einem bestimmten Laufwerk eine bestimmte CD nicht lesen konnte. Passiert mir eigentlich ziemlich oft (ich helf beim Rechnerpark in einem kleinen Forschungsinstitut, da hab ich viele Laufwerke und noch mehr CDs), meistens beim installieren von WindowsNT. Hier fehlt ein bisschen der Hinweis, obs am Controller, dem Rechner oder vielleicht wirklich an der Laufwerk+Medium-Kombination lag, man begnügt sich damit, dass es eben nicht ging. Nun kommt ein ziemlich langer Absatz, in dem zusammengefasst steht, das man ohne Treiber für die Grafikkarte nur eingeschränkte Grafik zu sehen bekommt. Unter Windows sei das besser (ich versteh jetzt aber nicht, ob der Verfasser meint "Windows mit Treiber" oder "Windows ohne Treiber", bei ersterer Auslegung ists eine bahnbrechende Erkenntnis, bei letzterer einfach nicht wahr, zumindest kenn ich keine Windows-Version, die ohne Grafikkartentreiber mehr als 800x600 in 256 Farben zustandebringt). Dann werden die mitgelieferten Emulatoren erwähnt, das ist fein, aber mit Zeta als Betriebssystem hats doch auch nichts zu tun, oder? Im Folgenden gibts den Hinweis auf hunderte von Programmen im Netz, aber dann gleich die Einschränkung, das die meisten keinen Nutzen bringen. Das fand ich jetzt dann doch etwas stark, welchen Nutzen mir irgendein Programm bringt, muss ich immer noch selber entscheiden. Was der Herr Schüler hier bringt, ist bestenfalls sehr unhöflich gegenüber den vielen Programmierern und ziemlich bevormundend. Seine Schilderung von Gobe vermittelt nun eher den Eindruck, dass der Herr der Meinung ist, ein nützliches Programm kann man daran erkennen, das es MS-Office-Dateien öffnen kann. Jedenfalls hatte ich beim Lesen des folgenden Absatzes diesen Eindruck. Dies mag ganz speziell für Herrn Schüler zutreffend sein, für alle anderen Leute wohl eher weniger. Nun gehts weiter mit den verschiedenen Programmen zum abspielen von Videos, das ist zwar ganz interessant, aber laut Artikelüberschrift gehts doch hier um Zeta und nicht um einen Vergleich von VLC 0.8 und VLC 0.7. Nicht falsch verstehen: Videoplayer sind wichtig, aber kein Teil des Betriebssystems (sogar Windows-Versionen ohne Mediaplayer solls geben). Wenigstens kommt noch der Hinweis, dass es den VLC für Zeta inzwischen auch in der Version 0.8 gibt. Warum hat er dann nicht die kurz mal ausprobiert? Weil man die aus dem Netz holen muss und da gibts ja eh nur nutzloses Zeug? (Ok, ich hör auf, drauf rumzureiten) Weiter gehts mit einem Kurz(?)bericht über Firefox. Ich finds fein, dass er gleich dabei ist, aber hier gehörts kurz(!) erwähnt und dann zurück zum Thema Zeta! Die letzten eineinhalb Spalten informieren uns darüber, das das Betriebssystem noch verbesserungsfähige Stellen hat (das wäre echt interessant gewesen: welche? Im Artikel stehts nicht). Der Schlussatz ist ein bisschen verwirrend: Wenns viele kaufen, wirds bestimmt besser und eine Alternative zu Windows, aber bis es soweit ist lieber nicht kaufen. Tolle Aussage. Sehr gradlinig. Was mich jetzt an dem ganzen stört ist die Tatsache, dass man praktisch überhaupt nichts über Zeta erfährt. Der Artikel setzt sich aus einem Rückblick, der Aussage "kein Treiber = kein schöner Grafik", der Vorstellung von zwei Videoplayern und einem Webbrowser (über den man in der ct auch schon viel ausführlichere Berichte gelesen hat) und schliesslich aus einem Fazit "nicht fertig" (gibts fertige Betriebssysteme?) zusammen. Aus dem Bericht kann man entnehmen, dass sich "nicht fertig" auf fehlende Intel-onboard- Grafiktreiber, fehlender wmv-Unterstützung (für nicht-Windows-User: wmv ist ein Videoformat von Microsoft) und einem abstürzenden Firefox bezieht (vielleicht liessen sich diese "nicht-Fertig"-Faktoren ja mit den Programmen aus dem Netz (die, die "größtenteils ohne wirklichen Nutzen" sind) ausmerzen? Was hier in dem Artikel eindeutig fehlt, ist ein Teil der sich mit Zeta selber beschäftigt. Irgendwie liest sich das Ding mehr nach: he Praktikant, ich hab Dir hier ein Zeta installiert, setz dich mal neu Stunde dran und schreib dann was drüber. Da kann man nur hoffen, das die ct vielleicht doch noch einen "echten" Bericht oder Test nachreicht, ansonsten ist das Ding echt unter dem üblichen ct-Niveau. Was ich mir gewünscht hätte wäre halt einfach (wenns schon kein Test, sondern nur ein Bericht werden soll) eine Beschreibung, wie es sich installiert, was man konfigurieren muss und kann, was noch dringend fehlt, usw. gewesen. Vorest viele Grüße Thomas PS: Habs jetzt auch ausprobiert, das Zeta. Mir gefällts eigenlich ganz gut, aber mir fehlt unter anderem eine Möglichkeit, die Größe und vielleicht den Ort der Swapdatei zu beeinflussen. Ausserdem hätte ich gerne bei den Geräten unter "Devices" in den Preferences die Möglichkeit, ein Gerät auch mal abzuschalten (z.B. dieses blöde Touch- pad hier am Notebook). Kennt da schon jemand eine Möglichkeit? Ausserdem wäre die Unterstützung logischer Laufwerke in erweiterten Partitionen von "DriveSetup" aus sehr dringend wünschenswert, solang Zeta auf einer Rechnerarchitek- tur läuft, die nur 4 echte Partitionen pro Laufwerk zulässt (und ich hab halt gern Beos, Zeta, Windows und ein oder zwei Linuxe auf meinen Rechnern, ist ja schliesslich mein Hobby). Warum muss ich das DOS-Fdisk bemühen, wenn ich doch Zeta oder BeOS installieren will? Nicht einzusehen. Die Installation ging auf den 5 Rechnern, auf denen ichs bis jetzt probiert hab sehr problemlos (für die ATI Rage Mobility gabs einen Treiber bei www.bebits.de), wenn auch etwas langsam.[ Auf dieses Posting antworten ]
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- Götz Hoffart (03.08.2005 09:20)
