nntp2http.com
Posting
Suche
Optionen
Hilfe & Kontakt

Re: Problem read

Von: Sieghard Schicktanz (sieghard@schicktanz.schs.de) [Profil]
Datum: 23.02.2007 21:23
Message-ID: <20070223212311.e9a3eb53.Sieghard@Schicktanz.SchS.de>
Newsgroup: de.comp.lang.pascal
Hallo Dirk,

Du schriebst am 22 Feb 2007 21:10:00 +0000:

> > (Nach über 30 Jahren kann sich wohl auch Pascal mal bisserl
> > weiterentwickeln;)
>
> Womit wir zu einem eigentlich viel interessanteren Thema vorgestoßen
> wären. Ich kenne lediglich TurboPascal ao in etwa auf dem Stand von TP
> 6.0 (danach gab es IIRC nur noch TP_Versionen für Windows, hatte ich

Das war der vorletzte Dos-Compiler vonn Borland - danach gab's noch das
"Borland-Pascal", Version 7, und dann kam schon (nur noch) Delphi.

> damals aber noch nicht) und eben (aus der Lektüre) Standard-Pascal
> (oder meinetwegen auch "Wirth-Pascal", aber der gute Mann hat es ja
> auch definiert).

Ich vermeide da den Begriff "Standard" gerne - es ist eben kein offizieller
Standard einer dafür zuständigen Organisation wie bei C.

> Dann habe ich mir noch sagen lassen, dass Delphi als Weiterentwicklung
> von Pascal anzusehen sei. Wenn ich das richtig mitbekommen habe (nun
> ja, die Betonung liegt auf WENN), dann ging die Entwicklung in
> Richtung Objektorientierter Programmierung und auch Programmierung
> von/mit GUI-Elementen. Aber soweit bin ich damals nicht vorgestoßen.

Doch, das hast Du schon richtig mitgekommen, das war ja schon beim Borland-
Pascal _die_ große Neuerung (naja, eigentlich schon bei seinem Vorgänger,
TP 6, das Du ja noch kennst). Das Objekt-Modell wurde da erheblich
erweitert und durch Bibliotheken unterstützt - Delphi sollte ja die
Erstellung von Windows-Programmen _noch_ einfacher machen als die
Erstellung von Turbo-Vision-Programmen unter Dos. Und ich würde sagen, es
hat. Es hat das so gut gemacht, daß (wenn jetzt _ich_ das richtig
mitbekommen habe) dadurch sogar Microsoft mit seinem Wischerl-Basic (ä,
oder war das "Visual-Basic"? ];^> ) in Bedrängnis brachte...

> Insgesamt aber scheint mir, dass auch Delphi nicht die Bedeutung hat,
> die TP mal hatte, damals wurden ja viele wichtige Sachen damit
> programmiert (z. B. auch jenes CrossPoint, mit dessen Nachfolger
> OpenXP ich gerade dieses Posting verfasse).

Doch doch, Delphi hat eine sehr große Bedeutung für die Verfügbarkeit von
Programmen für Windows (gehabt, steht allerdings zu befürchten, seit den
letzten Versionen scheint die Qualität rapide bergab zu gehen, wenn man die
Berichte in de.comp.lang.delphi.misc so anschaut...). Ganze Software-
Entwicklungssysteme wurden damit erstellt (ich arbeite derzeit z.B. mit
einer Delphi-basierten IDE für die Atmel-Mikrocontroller), und die "neue
Positionierung" der Produkte im "professionellen Umfeld", für Client-
Server-System und Datenbankanbindungen (leider zu einem guten Teil über
einen recht gesalzenen Preis) hat Delphi auch in grösseren Unternehmen einen
guten Platz eingebracht.

> Immerhin aber scheint Pascal/Delphi immer noch eine Rolle im
> Schulbereich zu spielen, was ich durchaus gut finde. Gerade Pascal ist
> ja (vielleicht sogar gerade in der TP-Variante) sehr gut für
> Lehr-/Lernzwecke geeignet.

Na, sollte wohl auch - schließlich ist es ja genau dafür mal erfunden
worden...

> Aber welche Bedeutung darüberhinaus hat Pascal bzw. Delphi heute noch?

Na, dafür mußt Du Dich schon anderswo umschauen - da kann ich Dir nur das
sagen, was oben steht. Ich bin nicht mal ein winziger Ausschnitt aus der
"Gemeinde" der Pascal-Programmierer, weil ich (derzeit wenigstens) fast
ausschließlich mit Mikrocontrollern zu tun habe. Aber sogar _dafür_ gibt's
ein paar Pascal-Compiler (wenn auch leider nicht für die, mit denen ich
arbeite[n muß]).

> Für mich persönlich ist das nicht so sehr wichtig. Ich beschäftige
> mich mit Pascal, weil ich Erfahrung mit Problemlösungsstrategien und
> deren Umsetzung in die EDV sowie grundsätzliche Kenntnisse der
> Programmentwicklung erwerben möchte. Und Pascal scheint klarer
> strukturiert zu sein als viele andere Sprachen, aber das ist ein
> _sehr_ subjektiver Eindruck meinerseits.

Das ist recht genau auch meine Ansicht. Und die ist durchaus gut gestützt,
auf eigene Erfahrung (mit Cä) und vielen Beispielen von Problemen in
Software (meistens in C), die mit Pascal kaum auftreten könnten (wenn der
Programmierer nicht alle Sicherungsmechanismen trickreich umgangen hat).

Du wirst vielleicht darüber lachen: es gibt sogar nicht wenige
eingefleischte C-Programmierer, die _zum Lernen_ Pascal empfehlen...
(Aber auch sehr viele, die Pascal-Programme - wenn sie das überhaupt
erfahren - "nichtmal mit der Beißzange anlangen" wollten. ;->
Meine Meinung: _deren_ Programme würde ich wohl genauso behandeln...)

----
--
(Weitergabe von Adressdaten, Telefonnummern u.ä. ohne Zustimmung
nicht gestattet, ebenso Zusendung von Werbung oder ähnlichem)
-----------------------------------------------------------
Mit freundlichen Grüßen, S. Schicktanz
-----------------------------------------------------------

[ Auf dieses Posting antworten ]

Antworten