Re: Parameter zum scannen von Schriftgut
Von: Werner Holtfreter (holtfreter@gmx.de) [Profil]
Datum: 05.05.2008 00:37
Message-ID: <481e3a93$0$6788$9b4e6d93@newsspool2.arcor-online.net>
Newsgroup: de.comp.hardware.scanner
Datum: 05.05.2008 00:37
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Rainer Knaepper wrote: >>Soweit die Theorie. Aber welche der Varianten bringt das besser >>lesbare Ergebnis? Hat da schon mal jemand Tests gemacht? > > Graustufen. Insbesondere bei Serifenschriften oder bei > Schriftgrößen kleiner als übliche Schreibmaschinen-Courier oder > kursiven Schriften. Zeitungsseiten mit 300dpi und 1Bit/Pixel sind > oft schon schwer lesbar, 200dpi und Graustufen dagegen besser. Danke für deine Hinweise. Ich habe nun doch etliche Tests mit guten und schlechten Schriftvorlagen gemacht und komme zum gegenteiligen Ergebnis. Ich habe (neben einem kurzen Test mit 200 dpi) hauptsächlich 300 dpi 4 bit/dot mit 600 dpi 1 bit/dot verglichen. Beides müsste unkomprimiert die gleiche Dateigröße ergeben. Ich habe jedoch nur png mit maximaler Komprimierung verglichen, das ergibt für grau (4 bit) rund 1,4 x so große Dateien gegenüber s/w (1 bit). Ich erkläre mir das so, dass sowohl schwarze als auch weiße Bereiche gut komprimierbar sind, der graue Rand der Buchstaben aber nicht, da er zufallsverteilt ist. Ein grauer Rand existiert aber nur bei Graustufen! Wenn der Grauwert des Papiers mit codiert wird, dann wird es noch ungünstiger. Die 4-bit-Dateien habe ich aus dem 8-bit-grau des Scanners mit Gimp erzeugt. Das ist ziemlich umständlich. Man muss erst Kontrast und Helligkeit anpassen, damit die 16 Graustufen im gewünschten Bereich liegen. Das Ergebnis muss unbedingt so stark vergrößert betrachtet werden, dass die Auflösung des Monitors keine Rolle mehr spielt. Zum Ausgleich kann man den Betrachtungsabstand erhöhen. Andernfalls wird (leicht nachvollziehbar) die grau-Version systematisch bevorzugt. ERGEBNIS: Die graue Variante ist nicht nur 40 % größer sondern auch geringfügig aber eindeutig schlechter lesbar (zwei Personen haben bewertet). Das Scannen in s/w ist einfacher, da nur ein Parameter (der Schwellwert) eingestellt werden muss. Während bei Graustufen oder Farbe eine Verdoppelung der Auflösung erwartungsgemäß mit einer Vervierfachung der komprimierten Dateigröße einhergeht trifft das für s/w-Scans *nicht* zu. Die Dateigröße wächst bei s/w deutlich geringer als quadratisch. Somit steht fest, dass zum Archivieren das Scannen in s/w mit der Auflösung entsprechend Qualitätsanspruch gegenüber Graustufen vorzuziehen ist - zumindest dann, wenn es auf den Inhalt des Dokuments und nicht auf Papierstruktur u.ä. ankommt. Gute Grundlagenlinks (aber ohne Aussage zu obigem Thema): http://www.lrz-muenchen.de/services/peripherie/scantips/ http://www.copyshop-tips.de/scan01.php -- Gruß Werner "Ich rate jedem, mich nicht als permanenten Verfassungsbrecher zu verleumden." Bundesinnenminister Dr. jur. Wolfgang Schäuble[ Auf dieses Posting antworten ]
