Re: Das schöne Neue
Von: DK6XH (dk6xh@gmx.de) [Profil]
Datum: 19.10.2007 12:12
Message-ID: <471882fd$0$30379$9b4e6d93@newsspool4.arcor-online.net>
Newsgroup: de.comm.funk.vereine
Datum: 19.10.2007 12:12
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Newsgroup: de.comm.funk.vereine
"Donald Duck" <dduck4@googlemail.com> schrieb: > Was wird sich mit diesem Paradigmenwechsel des DARC faktisch ändern? > > Wagen wir eine Prognose: > [...] > [Der gaU:] > In der Folge: Verlust des eigenen Gesetzes und Aberkennung des > Status "Funkdienst". > [...] > Man mag mich in 10-15 Jahren an diesem Posting messen. 12. Gebot: Du sollst nicht prognostizieren! Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Unabhängig von der Treffsicherheit kannst Du aber in 15 Jahren (ähnlich wie heute der Mann aus Burgdorf) bedenkenlos schreiben: "Alles was ich schon vor 15 Jahren prophezeite, ist eingetreten! ALLES!" Keine Sorge: das Internet wird bis dahin etliche Male durch EMP oder SPAM kollabiert sein. Google? Auch Fehlanzeige! Bliebe noch das Onlinedurchsuchungsarchiv des ex-BKA, aber das verwalten dann noch die Chinesen - da kommt man nicht so leicht ran. Aber um Himmels Willen, was schreib' ich denn da - 12. Gebot! Gute Beispiele, wie weit Zukunftsprognosen gewöhnlich daneben liegen, liefern Vorhersagen für die Jahrtausendwende aus den 1960-er Jahren. Ins Meer gebaute Städte zum Beispiel, aber auch die vollelektronische Küche, die im Modell schon häufiger im Fernsehen vorgestellt wurde. Ähnlich der Kommandozentrale des Raumschiffs Orion gebaut, zig Analogregler und in der Mitte sogar ein "Monitor". Kein Flachbildschirm und eine Tastatur gibt es auch nicht; denn es handelt sich dabei um ein ganz normales Fernsehgerät, mit dem sich die Hausfrau die Langeweile vertreiben soll - weil ihre Arbeit ja nun von Maschinen erledigt wird und sie nichts mehr zu tun hat. Die meisten Prognosen aus dieser Zeit spiegeln zweierlei wider: grenzenlose Technikbegeisterung und blauäugigen bis naiven Optimismus. Überschallflugzeuge im normalen Linienverkehr, vollklimatisierte Städte unter gläsernen Kuppeln, Mondsiedlungen, Marsstationen, Weltraumfabriken... Aber auch in der Medizin: Sieg über Krebserkrankungen, implantierbare künstliche Organe (Herz, Lunge, Leber, Niere...) und vieles mehr. Negative Entwicklungen wie zum Beispiel Überbevölkerung, Globalisierung, Klimaveränderung durch Umweltverschmutzung, Arbeitslosigkeit, Armut, Hunger, aber auch Terrorismus und Überwachungsstaat, waren hingegen in den Prognosen zum Jahr 2000 und später kein Thema. Und die wirklich umwälzenden Entwicklungen und Erfindungen der letzten 50 Jahre? Zum Beispiel: Computer, Internet und Handy? Heute allgegenwärtige Dinge wie Videos und Bilder auf öffentlichen Servern, Ebay, Blog, Webcams, wären vermutlich den Menschen 1962 als sinnlose Utopie vorgekommen, wie auch SMS oder ein Online-Nachschlagewerk wie Wikipedia. Hier noch ein paar Beispiele: Interne Information der Western Union, 1876: "Das Telefon hat zu viele ernsthaft zu bedenkende Mängel für ein Kommunikationsmittel. Das Gerät ist von Natur aus für uns von keinem Wert." Club of Rome, 1972: "Rohölreserven erschöpfen sich Mitte der 90-er Jahre." Bill Gates: "WAP hat keine Zukunft. Problematisch ist, dass WAP nicht HTML nutzt, um Informationen darzustellen, so wie es in der Welt der PCs üblich ist." Prof. Claus Brunnstein (Informatiker) in CHIP, 1987: Prognose für 1997, 10 Jahre später - PC-Arbeitsspeicher 64 bis 128 MB - Lexika komplett auf CD-ROM verfügbar - Kommunikation läuft per elektronischer Postkästen Der Mann lag richtig, aber wichtige Dinge fehlten in seiner Prognose, zum Beispiel: - Internet für Jedermann - Grafische Oberflächen (z. B. Windows) - Tintenstrahldrucker Ein Beispiel aus dem Amateurfunk: DL9AR über Amplitudenmodulation im DL-QTC 8/1968: "Man mag sich streiten, welche Modulationsart in zehn Jahren auf dem 2-m-Band den Vorrang hat: AM, SSB oder FM. AM wird, wenn sie auch nicht die wirkungsvollste Modulationsart ist, immer auf dem 2-m-Band existieren. Schon die Verbreitung der handlichen Transistor-Funksprechgeräte wird dafür sorgen, dass AM nie ausstirbt." Und ich gebe es zu: ich konnte mir damals auch nicht vorstellen, wieso AM schon so bald danach keine Rolle mehr spielen sollte, und verpasste der QQE03-12 meines ersten 2m SSB-Selbstbau-Transceivers ähnlich wie Götting und Griem in ihrem 2G70 einen AM-Kathoden-Modulator. Freilich für die Katz, denn erstens kam es anders und zweitens FM... Grüß' mir Daniel Düsentrieb, der gewiss - schon wegen der Erhaltung der Selbstbaumöglichkeit und Vermeidung von Standortbescheinigung und zwangsweisem AFu-Betriebs mit zertifizierten Geräten - auch gegen die Einführung einer "Schnullerlizenz" ist! 73 de Hermann, DK6XH[ Auf dieses Posting antworten ]
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- dipol@gmx.tm (19.10.2007 13:09)
- Gustav M. Gantz (19.10.2007 13:40)
- Gustav M. Gantz (19.10.2007 13:33)
- Gustav M. Gantz (19.10.2007 13:37)
- Donald Duck (19.10.2007 20:57)
- Donald Duck (19.10.2007 22:20)
- Alfred Mateja (20.10.2007 08:38)
- Gustav M. Gantz (20.10.2007 08:47)
