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Das schöne Neue

Von: Donald Duck (dduck4@googlemail.com) [Profil]
Datum: 18.10.2007 20:44
Message-ID: <1192733099.404789.326560@v23g2000prn.googlegroups.com>
Newsgroup: de.comm.funk.vereine
Was wird sich mit diesem Paradigmenwechsel des DARC faktisch ändern?

Wagen wir eine Prognose:

Für die bisherigen Nutzer der Kurzwelle, insbesondere in CW zunächst
(fast) nichts. Wie bei den bisherigen Liberalisierungen werden
vereinzelt "neue Gesichter" zu hören sein. Den "HF-Puristen" kann
es
also aus diesem Aspekt betrachtet egal sein (und wird es ihnen auch
sein). Im Gegenteil, frisches Blut ist in den allermeisten Fällen
willkommen.

Die Anzahl der Funkamateure wird leicht stärker steigen als bisher.
Anfangs mit einem kleinen "Boom", danach abebbend, bis bald der
gleiche Zulauf erreicht wird wie bisher (vielleicht etwas mehr).

Die Zahl der Mitglieder im DARC wird sich weniger stark ändern. Die
neuen Funkamateure werden sich fragen, wofür sie einen
Mitgliedsbeitrag berappen sollen. Außerdem werden einige Mitglieder
aufgrund dieser Entscheidung den Verein verlassen. Im Trend der
allgemeinen Mitgliederentwicklung wird diese Änderung ein leichtes
Aufflackern in der Kasse / Statistik bewirken, mehr vermutlich nicht.

Dem Staat ist der Amateurfunk ein Dorn im Auge. Kein Nutzen
(potentielle Fachkräfte für den Arbeitsmarkt oder wegweisende
Innovationen) für ihn, zu viel Aufwand (Kosten) für dessen Verwaltung,
Prüfungen und Störungsbeseitigung. Ergo, Verlagerung von "Arbeit" auf
den "Club", der sich wiederum im Interessenkonflikt wiederfindet, denn
nur erfolgreiche Prüflinge sind potentielle Mitglieder. Die
Durchfallquote wird also sinken (wobei das aufgrund des abgefragten
Niveaus schon irrelevant ist).

Seitens der BEMFV und der damit zusammenhängenden Problematik wird es
zwangsläufig Änderungen geben. Zunächst wird der Entry-Level Neuling
auf 9,99W EIRP beschränkt werden, um die Thematik zu umschiffen, aber
da ich nicht damit rechne, dass dieses 3-stufige System erhalten
bleibt, sondern dieser Trend anhalten wird (die Industrie möchte gerne
ihre 100W Geräte an diesen neuen Markt verkaufen) ist damit zu
rechnen, dass das Modell der Selbsterklärung kippt. Zum einen sind die
Funkamateure zumindest zum Teil dann nicht mehr technisch kompetent
genug (der Nachweis fehlt!) und auch gegenüber den Instituten wie
Ecolog wird man sich schwer tun, wenn nicht behördlich besiegelte
Standortbescheinigungen die Undenklichkeit bestätigen.

Gegen den Frequenzhunger der (zahlenden) Industrie (PLC & Co.) wird
sich die Lobbyarbeit weiter erschweren. Der nahezu kostenlose Gebrauch
der öffentlichen Ressource Frequenz von "Freizeitfunkern" ohne einen
entsprechenden fachlichen Anspruch (Stichwort zertifizierte Geräte),
die nach eigenem bekunden auch gerne auch das Internet ausweichen und
sich auch gerne auf QRP beschränken (und somit auch keine Störungen
verursachen), wird nicht mehr zu begründen sein. Folge: Verlust von
Exclusiv- und Primärzuweisungen.

In der Folge: Verlust des eigenen Gesetzes und Aberkennung des Status
"Funkdienst". Womit der Amateurfunk zum CB-Funk de luxe degeneriert
ist. Durch die zunehmende Unattraktivität (stark) rückläufiger Zuwachs
und Mitgliederverlust für den DARC.

Man mag mich in 10-15 Jahren an diesem Posting messen.

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