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Re: Das schöne Neue

Von: HFS (dl1eec@t-online.de) [Profil]
Datum: 19.10.2007 13:37
Message-ID: <471896E3.8080004@t-online.de>
Newsgroup: de.comm.funk.vereine
-----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE-----
Hash: SHA1

DK6XH schrieb:
> "Donald Duck" <dduck4@googlemail.com> schrieb:
>
>> Was wird sich mit diesem Paradigmenwechsel des DARC faktisch ändern?
>>
>> Wagen wir eine Prognose:
>> [...]
>> [Der gaU:]
>> In der Folge: Verlust des eigenen Gesetzes und Aberkennung des
>> Status "Funkdienst".
>> [...]
>> Man mag mich in 10-15 Jahren an diesem Posting messen.
>
>
> 12. Gebot: Du sollst nicht prognostizieren!
>
> Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Unabhängig von
> der Treffsicherheit kannst Du aber in 15 Jahren (ähnlich wie heute der
> Mann aus Burgdorf) bedenkenlos schreiben: "Alles was ich schon vor 15
> Jahren prophezeite, ist eingetreten! ALLES!" Keine Sorge: das Internet
> wird bis dahin etliche Male durch EMP oder SPAM kollabiert sein. Google?
> Auch Fehlanzeige! Bliebe noch das Onlinedurchsuchungsarchiv des ex-BKA,
> aber das verwalten dann noch die Chinesen - da kommt man nicht so leicht
> ran. Aber um Himmels Willen, was schreib' ich denn da - 12. Gebot!
>
> Gute Beispiele, wie weit Zukunftsprognosen gewöhnlich daneben liegen,
> liefern Vorhersagen für die Jahrtausendwende aus den 1960-er Jahren. Ins
> Meer gebaute Städte zum Beispiel, aber auch die vollelektronische Küche,
> die im Modell schon häufiger im Fernsehen vorgestellt wurde.
>
> Ähnlich der Kommandozentrale des Raumschiffs Orion gebaut, zig
> Analogregler und in der Mitte sogar ein "Monitor". Kein Flachbildschirm
> und eine Tastatur gibt es auch nicht; denn es handelt sich dabei um ein
> ganz normales Fernsehgerät, mit dem sich die Hausfrau die Langeweile
> vertreiben soll - weil ihre Arbeit ja nun von Maschinen erledigt wird
> und sie nichts mehr zu tun hat.
>
> Die meisten Prognosen aus dieser Zeit spiegeln zweierlei wider:
> grenzenlose Technikbegeisterung und blauäugigen bis naiven Optimismus.
> Überschallflugzeuge im normalen Linienverkehr, vollklimatisierte Städte
> unter gläsernen Kuppeln, Mondsiedlungen, Marsstationen,
> Weltraumfabriken... Aber auch in der Medizin: Sieg über
> Krebserkrankungen, implantierbare künstliche Organe (Herz, Lunge, Leber,
> Niere...) und vieles mehr.
>
> Negative Entwicklungen wie zum Beispiel Überbevölkerung, Globalisierung,
> Klimaveränderung durch Umweltverschmutzung, Arbeitslosigkeit, Armut,
> Hunger, aber auch Terrorismus und Überwachungsstaat, waren hingegen in
> den Prognosen zum Jahr 2000 und später kein Thema.
>
> Und die wirklich umwälzenden Entwicklungen und Erfindungen der letzten
> 50 Jahre? Zum Beispiel: Computer, Internet und Handy? Heute
> allgegenwärtige Dinge wie Videos und Bilder auf öffentlichen Servern,
> Ebay, Blog, Webcams, wären vermutlich den Menschen 1962 als sinnlose
> Utopie vorgekommen, wie auch SMS oder ein Online-Nachschlagewerk wie
> Wikipedia.
>
>
> Hier noch ein paar Beispiele:
>
> Interne Information der Western Union, 1876:
> "Das Telefon hat zu viele ernsthaft zu bedenkende Mängel für ein
> Kommunikationsmittel. Das Gerät ist von Natur aus für uns von keinem
> Wert."
>
>
> Club of Rome, 1972:
> "Rohölreserven erschöpfen sich Mitte der 90-er Jahre."
>
>
> Bill Gates:
> "WAP hat keine Zukunft. Problematisch ist, dass WAP nicht HTML nutzt, um
> Informationen darzustellen, so wie es in der Welt der PCs üblich ist."
>
>
> Prof. Claus Brunnstein (Informatiker) in CHIP, 1987:
> Prognose für 1997, 10 Jahre später
> - PC-Arbeitsspeicher 64 bis 128 MB
> - Lexika komplett auf CD-ROM verfügbar
> - Kommunikation läuft per elektronischer Postkästen
>
> Der Mann lag richtig, aber wichtige Dinge fehlten in seiner Prognose,
> zum Beispiel:
> - Internet für Jedermann
> - Grafische Oberflächen (z. B. Windows)
> - Tintenstrahldrucker
>
>
> Ein Beispiel aus dem Amateurfunk:
> DL9AR über Amplitudenmodulation im DL-QTC 8/1968:
> "Man mag sich streiten, welche Modulationsart in zehn Jahren auf dem
> 2-m-Band den Vorrang hat: AM, SSB oder FM.
> AM wird, wenn sie auch nicht die wirkungsvollste Modulationsart ist,
> immer auf dem 2-m-Band existieren. Schon die Verbreitung der handlichen
> Transistor-Funksprechgeräte wird dafür sorgen, dass AM nie
ausstirbt."
>
>
> Und ich gebe es zu: ich konnte mir damals auch nicht vorstellen, wieso
> AM schon so bald danach keine Rolle mehr spielen sollte, und verpasste
> der QQE03-12 meines ersten 2m SSB-Selbstbau-Transceivers ähnlich wie
> Götting und Griem in ihrem 2G70 einen AM-Kathoden-Modulator.
>
> Freilich für die Katz, denn erstens kam es anders und zweitens FM...
>
> Grüß' mir Daniel Düsentrieb, der gewiss - schon wegen der Erhaltung
der
> Selbstbaumöglichkeit und Vermeidung von Standortbescheinigung und
> zwangsweisem AFu-Betriebs mit zertifizierten Geräten - auch gegen die
> Einführung einer "Schnullerlizenz" ist!
>
>
> 73 de Hermann, DK6XH
>
>


..was nichts anderes bedeutet, dass die Insider - zu denen Du Dich ja
explizit nachweislich zählst - keinerlei Weitblick haben und sich selbst
ins Abseits schreiben.

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