Re: Patienten? (was: DL9KCX und seine Selbsterklärung)
Von: Hermann Boehm, DK6XH (dk6xh@arcor.de) [Profil]
Datum: 11.04.2007 16:29
Message-ID: <461cf0c9$0$23148$9b4e6d93@newsspool1.arcor-online.net>
Newsgroup: de.comm.funk.amateur
Datum: 11.04.2007 16:29
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Newsgroup: de.comm.funk.amateur
Hanno schrieb: > Ron schrieb: > >> [...] >> Hanno, du hast mich mal "gerügt" weil ich auf all diese Opfer >> eingehe. >> Aber seit einiger Zeit tust du gleiches ;-) > > Hmmm? Ja ok, das muss ich wohl akzeptieren! Wenn ich mich noch recht > entsinne, dann ging es dabei um diesen "Equalizer". Das war natürlich > auch besonders schwerer Fall. > > Aber Ron, Du hast trotzdem Recht. Inzwischen ist dieser "Onkel > Schulze" wohl völlig durchgeknallt. Was (nicht nur) in dieser Newsgroup zu beobachten ist, bestätigt sehr anschaulich die Richtigkeit der von Paul Watzlawick (1921 - 2007, populär geworden durch sein Buch "Anleitung zum Unglücklichsein") entwickelten, auf fünf Grundannahmen aufbauenden Kommunikationstheorie über das Gelingen von Kommunikation oder Störungen derselben. Kommunikation ist ja nicht nur das Vermitteln und Austauschen von Informationen, sondern heißt auch: sich verständigen, miteinander in Verbindung treten, sich verstehen. Das hat auch zu tun mit Appellen und vor allen Dingen mit Beziehungen. Oft zu beobachten ist, dass Kommunikationspartner in eigenen, von ihnen selbst "erdachten" Wirklichkeiten leben, die sie freilich aufrecht erhalten wollen, die aber die anderen nicht kennen. Diese Axiome kennzeichnen auch die Wichtigkeit der Beziehungsseite in der Kommunikation und zeigen, in welchen verschiedenen Modalitäten solche abläuft. Für die Kommunikation in Newsgroups und Foren, also für die "Kommunikation ohne Gesicht und Stimme" zwar auch zutreffend, aber ohne praktische Bedeutung ist das 1. Axiom: "Man kann nicht 'nicht' kommunizieren" Den Vogel einer "nonverbalen" Kommunikation, den ich meinem mir real gegenüber stehenden Gesprächspartner vielleicht zeigen würde, kann bei dieser Art der Kommunikation der Partner nicht sehen. Ebenso wenig mein Lächeln oder die hochgezogenen Augenbrauen. Von großer Bedeutung, auch für die Kommunikation ohne Gesicht und Stimme, ist hingegen das 2. Axiom: "Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei Letzterer den Ersteren bestimmt." Hiermit wird die landläufige Annahme, Kommunikation sei wesentlich Informationsvermittlung, widerlegt und die Beziehungsaspekte sogar ÜBER die Inhaltsaspekte gestellt. Die Beziehungsaspekte informieren nicht nur darüber, wie der Inhalt einer Mitteilung zu verstehen ist, sie verdeutlichen auch, welche Beziehung wir zum Empfänger einer Nachricht haben oder zu dem, über den wir uns äußern. Einfaches Beispiel: Hätte die AGZ am 11. Februar in ihrem Rundspruch über die von der BNetzA nach UIG erhaltenen Auskünfte zu den angeblich von DL9KCX und DL9MH nicht abgegebenen Selbsterklärungen die Beziehungsebene DARC - AGZ - exDK8OK nicht artikuliert ... "Einfach vorbildlich - für einen Vorsitzenden des größten deutschen Amateurfunkverbands gehört sich das auch so." ... "Demnach hat der Vorsitzende des DARC e.V., Jochen Hindrichs, DL9KCX, trotz Superstation überhaupt keine solche Selbsterklärung abgegeben!" ... "keine anzeigepflichtigen Amateurfunkanlagen im Sinne des Paragraf 9 BEMFV betrieben" ... "Schleierhaft somit, wie er die deutschlandweiten Bombensignale seiner 'Sonder-Rundsprüche' erzeugt hat. Um Weitergabe dieses 10-W-EIRP-Patentrezeptes wird daher gebeten." ... sondern völlig sachlich Fakten und nichts als Fakten mitgeteilt, so hätte sich die AGZ einen guten Dienst erwiesen. Alle hätten einmal mehr gute Argumente dafür vorweisen können, dass die Abgabe solcher Dokumente, ohne dafür wenigstens eine Empfangsbestätigung seitens der Behörde zu erhalten, keine dauerhafte Vorgehensweise sein kann. Und es hätte vielleicht einige Teilnehmer in den Newsgroups und in PacketRadio gegeben, die ihre Beziehung zur AGZ korrigiert hätten: 'Hmm, da schau her, diesmal ist die AGZ sogar anständig geblieben!' Kommen wir zum 3. Axiom: "Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt." Wir leben - jeder für sich und jeweils in seiner eigenen - in konstruierten subjektiven Wirklichkeiten. Watzlawicks Konfliktschema zum Beispiel: Die Frau nörgelt, der Mann zieht sich zurück. Beide interpretieren ihr Verhalten als Reaktion auf das Verhalten des anderen, sie interpunktieren diese Ereignisfolgen so, dass jeweils das Tun des Anderen als Ursache für das eigene Tun Rechtfertigung ist: - Sie sagt, dass sie nur deshalb nörgelt, weil er sich zurückzieht; - er sagt, dass er sich nur deshalb zurückzieht, weil sie nörgelt. Oder ein Funkamateur, der sich einst der Zukunft des Amateurfunkdienstes verschrieben hatte, beklagte sich: "Je mehr Ihr auf meiner Person herum hackt, desto intensiver werde ich die Fehlentwicklungen und Defizite im Amateurfunk an geeigneter Stelle aufzeigen." - Der Funkamateur zeigt bei Behörden aus seiner Sicht erkannte Fehlentwicklungen an, und rechtfertigt dies mit dem "Rumgehacke" auf seiner Person; - Die anderen halten solches Aufzeigen für nicht gerechtfertigt, und "hacken" deshalb erneut auf ihn ein. Solche Interpunktionskonflikte "ohne Anfang und Ende" bestimmen nicht selten auch die große Politik: Das mörderische Wettrüsten in Zeiten des kalten Krieges war ein solches Beispiel. Die Klärung der "Schuldfrage" ist, ähnlich der Frage, wer zuerst da war, das Ei oder die Henne, müßig und hilft nicht weiter. Die einzige Lösungsmöglichkeit solcher Konflikte ist, auszusteigen. "Wenn du aufhörst, höre ich auch auf" - was freilich nicht funktioniert, wenn dies beide zur Bedingung des Aufhörens machen. Ein gemeinsames Gespräch über den Umgang miteinander könnte helfen, das mitunter unselige Spiel zu erkennen und gemeinsam zu überlegen: "Das treiben wir also miteinander, jeder reagiert auf den anderen und beeinflusst ihn dann wieder. Was können wir tun, wie können wir unser Verhalten ändern, damit wir in Zukunft besser miteinander auskommen?" Es kann aber auch ganz harmlos und ohne große Konflikte zugehen. Wenn beispielsweise Peter, DF3KV, über Umfang und Dimensionierung von Antennen schreibt, so entschärft sich ein möglicher Konflikt ganz schnell, wenn man vor einer Erwiderung sich seine Internetseiten angesehen hat ;-) 4. Axiom: "Menschliche Kommunikation ist digital und analog." Gemeint ist damit: Neben dem gesprochenen Wort (wird in der Regel als "digitale" Kommunikation bezeichnet) teilen auch nonverbale Äußerungen (Lächeln, Augenbrauen hochziehen ...) etwas mit. "Digital" ist also die Inhaltsebene und "analog" die Beziehungsebene. Die Kommunikation ist gelungen, wenn analoge und digitale Botschaft übereinstimmen und die Kommunikationspartner beide Teile der Botschaft in gleicher Weise interpretieren. Ähnlich wie schon beim 1. Axiom erwähnt, sind solche nonverbalen (analogen) Anteile bei der "Kommunikation ohne Gesicht und Stimme" nicht vermittelbar (Ausnahmen sind vielleicht Pünktchen oder Tüttelchen), wodurch diese Grundannahme für unsere Betrachtungen ebenfalls ohne praktische Bedeutung bleibt. Kommen wir zum letzten, zum 5. Axiom: "Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär." Als Beispiel sei die Frage-Antwort-Kommunikationen genannt: der Fragende will bestehende Unsymmetrie beseitigen und "klagt" gewissermaßen die Antwort auf seine Frage ein, wobei er aber zugleich zu erkennen gibt, dass er die Antwort nicht weiß und insofern vom Gefragten "abhängig" ist. Wir leben in einer Vielzahl von Beziehungen und Rollen, in denen wir zwangsweise zwischen Symmetrie und Komplementarität wechseln. Komplementarität bedeutet keineswegs immer Unterlegenheit oder immer Passivität: Man kann auch sehr gut mit den jeweiligen Fähigkeiten miteinander arbeiten. Der stete Wechsel - mal dominiert der eine, mal der andere - bringt eine gewisse Ausgewogenheit in den Sozial- und Kommunikationsbeziehungen und gibt somit Stabilität. Bisher alles völlig normal. Problematisch wird es bei gesteigerter Rivalität und übersteigertem, oft blind machendem Konkurrenzdenken. Und damit kommen wir zur "krankhaften Symmetrie". Das Wettrüsten der Großmächte im Kalten Krieg ist ein typisches Beispiel, wobei in der Eskalation nur noch Streit und Feindseligkeit herrschten und gefährlichen Folgen drohten. Aber nicht nur die Symmetrie kann krankhafte Züge annehmen, auch die Komplementarität. Dann nämlich, wenn Komplementarität als Überlegensein versus Unterlegensein empfunden wird. Daraus resultieren gefährliche und instabile Sozialbeziehungen, die von verzerrten Selbst- und Feindbildern bestimmt werden. Der "Starke" wird immer stärker, der "Schwache" immer schwächer. Irgendwann empfindet der Stärkere solch eine Beziehung als uninteressant und langweilig und macht noch mehr "Druck". Oder der Schwächere empfindet seine Situation als unerträglich, und es kommt zur "Erledigung" dieser Beziehung durch Aufgabe. Oder "Aufstand", der dann das Chaos perfekt macht. Gerade das Bedürfnis nach Symmetrie können wir in dieser Newsgroup sehr häufig beobachten. Ging es beispielsweise in dieser Newsgroup kürzlich um die von einem in seiner Persönlichkeit offenbar erheblich gestörten NG-Teilnehmer - nennen wir ihn "S." - aufgestellte Behauptung, dass eine Zahl durch Null dividiert das Ergebnis Unendlich ergebe (x / 0 Unendlich). Ein anderer Teilnehmer ("B.") widersprach dem, worauf S. erklärte, dass B. das Thema "mal wieder falsch" anpacke. Darauf hin legte B. - völlig korrekt - mehrmals dar, dass die Division durch null mathematisch nicht definiert sei, und erklärte die Diskussion danach für beendet, weil er nicht bereit sei, auf der "hochgradig blödsinnige Ebene", auf der S. die Diskussion gezogen hatte, länger zu diskutieren. Dass B. "aus dem Felde ging" sah S. offenbar als eine Art eigene Niederlage an, denn B. hatte ihm ja nicht Recht gegeben. Also legte S. nach: "Aha - Du kneifst?" Was folgte, waren Provokationen seitens S., vielleicht in der Hoffnung, dass sich B. oder ein anderer bis dahin nur mitlesender Teilnehmer zu einer justitiablen Bemerkung hinreißen lässt. Nach einer solchen verbalen Attacke mit nachfolgender Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Der andere wäre im Unrecht gewesen, uns so hätte sie vielleicht wieder gestimmt, seine Symmetrie, die für S. ja nur dann gegeben zu sein scheint, wenn er unangefochten auf seinem "Siegertreppchen" steht. Was ihm früher, als er in seiner eigenen Firma noch das "Heft des Handelns fest in seiner Hand" hatte, niemand streitig zu machen wagte, aber in so einer Newsgroup ... Wie auch immer, B. schätzt asymmetrische Zustände offenbar auch nicht besonders, sonst hätte er auf das "Du kneifst" von S. gar nicht mehr geantwortet, weil für jeden halbwegs normal denkenden Menschen klar war, dass von Kneifen nicht die Rede sein konnte. Sollte es bisher Zweifel gegeben haben, ob es sinnvoll ist, solch einer "hochgradig blödsinnige Ebene" den Rücken zu kehren, die letzte Bemerkung von S. - "Komm' doch mal mit Deinem eigenen Beitrag und nicht mit dem "Halbwissen" der Wikipedias" - dürfte diese hoffentlich endgültig zerstreuen. Ich habe sie nicht gezählt, aber nahezu jeder zweite Beitrag in diesem "Thread" stammt von S.! Seine dümmlichen und großteils provokanten Kommentare lassen sich nicht verhindern. Diese sind aber durch den seelisch/geistigen Zustand des S. bedingt. Vermeiden ließe sich hingegen, dass auf nahezu jeden hingemüllten Blödsinn dieses Menschen reagiert wird, anstatt dieses Zeug zu ignorieren und ihm damit die Plattform für sein Treiben zu entziehen. 73 de Hermann, DK6XH[ Auf dieses Posting antworten ]
Antworten
- Gustav M. Gantz (11.04.2007 16:50)
- Peter Thoms (11.04.2007 18:15)
- Wepe Ess (11.04.2007 18:31)
