Predictive Dialer: BNetzA schreitet ein
Von: Henning Gajek (hrgajek@nurfuerspam.de) [Profil]
Datum: 21.09.2009 16:39
Message-ID: <h98394$74k$03$1@news.t-online.com>
Newsgroup: de.comm.abuse
Datum: 21.09.2009 16:39
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Newsgroup: de.comm.abuse
Hallo,
Anrufer mit Nummer (von einem Callcenter) und wenn man abhebt, ist keiner
dran.
Dazu hat die Bundesnetzagentur (www.bnetza.de) heute eine Pressemitteilung
verschickt:
>Bundesnetzagentur geht gegen Massenanrufe durch "Predictive Dialer" vor
Kurth: "Belästigungen der Verbraucher durch verschiedene Callcenter werden
unterbunden"
Zum Schutz der Verbraucher vor massenhaften, belästigenden Telefonanrufen
hat die Bundesnetzagentur jetzt die Abschaltung von sieben Rufnummern
verschiedener Unternehmen angeordnet. Die Bundesnetzagentur reagierte damit
auf zahlreiche Beschwerden, in denen sich vornehmlich Verbraucher über
wiederholte tägliche Anrufe beklagten. Das Telefon klingelte in diesen
Fällen oft nur wenige Male und nach dem Abnehmen meldete sich niemand.
Umfassende Ermittlungen der Bundesnetzagentur haben ergeben, dass die
unerwünschten sowie belästigenden Telefonanrufe auf den Einsatz eines sog.
Predictive Dialers zurückzuführen sind. Bei einem Predictive Dialer handelt
es sich um ein Wählprogramm, das überwiegend bei Callcentern eingesetzt
wird. Die Software wählt nach zuvor festgelegten Kriterien zahlreiche
Rufnummern gleichzeitig an, oftmals bereits während sich der
Callcenter-Mitarbeiter noch in einem Gespräch befindet. Hierbei wird die
Rufnummer des Callcenters übermittelt, die in der Regel jedoch nicht
zurückgerufen werden kann. Sobald der erste Angerufene das Gespräch
entgegennimmt, werden die Anrufe zu den anderen Teilnehmern abgebrochen, um
diese zu einem späteren Zeitpunkt erneut anzuwählen. Der Einsatz eines
Predictive Dialers soll insbesondere die Auslastung der
Callcenter-Mitarbeiter optimieren und übernimmt die zeitaufwendige Aufgabe
des Wählens.
"Die ungebremste Automatisierung geht hier zu Lasten der Angerufenen. Die
Vielzahl der Telefonanrufe, bei einzelnen Verbrauchern etwa mit 70 Anrufen
pro Tag, führt zu einer unzumutbaren Belästigung und bedeutet einen massiven
Eingriff in die Privatsphäre der Betroffenen. Einen Wettbewerbsvorsprung
durch Belästigung zu erzielen, ist nicht hinnehmbar", sagte Matthias Kurth,
Präsident der Bundesnetzagentur. "Ich appelliere zugleich an die
Unternehmen, bei den Bemühungen um Effizienzsteigerungen nicht den
Verbraucher aus dem Blick zu verlieren."
Die belästigenden Telefonanrufe mithilfe eines Predictive Dialers stellen
eine rechtswidrige Nummernnutzung dar, welche die Bundesnetzagentur zum
Einschreiten nach § 67 Abs. 1 Telekommunikationsgesetz (TKG) berechtigt.
Danach kann die Bundesnetzagentur bei der gesicherten Kenntnis von der
rechtswidrigen Nutzung einer Rufnummer die Abschaltung dieser Nummer
gegenüber dem Netzbetreiber anordnen.
Erschwerend kommt in den vorliegenden Fällen hinzu, dass die Angerufenen
zudem im Vorfeld nicht in den Erhalt von Werbeanrufen durch die jeweiligen
Unternehmen eingewilligt haben. Dies widerspricht den gesetzlichen
Regelungen, die eine ausdrückliche vorherige Einwilligung in den Erhalt von
Werbeanrufen vorsehen.
Der Bundesnetzagentur liegen bereits zu weiteren Rufnummern Beschwerden über
belästigende Telefonanrufe vor, die ebenfalls auf die Verwendung eines
derartigen Wählprogramms zurückzuführen sind. Sie hat bereits Ermittlungen
eingeleitet und beabsichtigt, weitere Maßnahmen zu ergreifen."
Die werden ja immer schneller. Sehr schön.
--
73 & 55 (Gruss)
Henning Gajek
http://www.gajek.de
[ Auf dieses Posting antworten ]Antworten
- Michael Pachta (21.09.2009 16:52)
- Lutz Illigen (23.09.2009 04:03)
- Andreas Mauerer (21.09.2009 19:07)
- Sebastian Karkus (22.09.2009 00:20)
- Lutz Illigen (23.09.2009 04:03)
