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<2003-09-21> CPU+Mainboard FAQ - Kapitel 7/14 - Bios

Von: CPU und Mainboard FAQ Team (dchcm@dch-faq.de) [Profil]
Datum: 03.06.2010 02:00
Message-ID: <cpu+mainboard-faq-kapitel07-03.06.2010@news.dch-faq.de>
Followup-to: de.comp.hardware.cpu+mainboard.misc
Newsgroup: news.answers de.answers de.comp.hardware.cpu+mainboard.uebertakten de.comp.hardware.cpu+mainboard.intel de.comp.hardware.cpu+mainboard.amd de.comp.hardware.cpu+mainboard.misc
Archive-name: de/comp/hardware/cpu+mainboard/kapitel_7
Posting-frequency: monthly
Last-modified: 2003-09-21
URL: http://dch-faq.de/kap07.html
Disclaimer: Approval for *.answers is based on form, not content.

7. BIOS
======

Obwohl seine Existenz vielen Anwendern verborgen oder gar
schleierhaft ist, gibt es das BIOS, das "Basic Input Output System",
die eigentliche Schnittstelle zwischen Hardware und Software.
Es liegt üblicherweise in ein oder zwei BIOS-Bausteinen (EPROMs oder
EEPROMs; Electrically Erasable Programmable Read-Only Memory), welche
sich auf dem Mainboard befinden. Um alle Details der verschiedenen
BIOS-Arten oder deren Einstellmöglichkeiten aufzuzählen, bedarf es
einer eigenen FAQ - die es glücklicherweise schon gibt. Deshalb gibt
es hier nur ein Paar einführende Worte zum Thema BIOS, im Kapitel
7.4 sind zusätzlich einige Links genannt, die bei speziellen Fragen
bestimmt weiterhelfen.


7.1 Grundlegendes zum BIOS
=========================

Was ist nun die Aufgabe des "Basic Input Output System"? Das lässt
sich nicht mit einem Satz beantworten, so vielfältig sind die
Aufgaben. Wie bereits erwähnt ist das BIOS die eigentliche
Schnittstelle zwischen Hardware und Software. Das Betriebssystem
greift beim Start also nicht direkt auf die Hardware zu, sondern
sendet die Anfrage an das BIOS, welche sie abarbeitet.

Wie startet nun dieses BIOS? Bei jedem Bootvorgang wird als erstes
das BIOS initialisiert. Das bedeutet, dass der Selbsttest (POST,
Power On Self Test) durchgeführt wird und dann die BIOS-Routinen
abgearbeitet werden. Hierzu gehört z.B. das Verteilen der
Interrupts, Prüfen des RAMs etc. Außerdem werden alle Funktionen
des Chipsatzes so bereitgestellt, wie sie im BIOS-Setup konfiguriert
wurden. Sind alle Routinen erfolgreich abgearbeitet, wird versucht
ein Betriebssystem zu laden.


7.2 Dual-Bios
============

Dual-Bios ist ein Feature, dass von der Firma Gigabyte entwickelt
wurde und erstmals 1999 im GA-BX2000 zum Einsatz kam, und seitdem
standardmässig installiert ist. Ziel dieser Technologie ist es, das
Bios vor Löschung oder Zerstörung zu schützen. Dies wird erreicht,
indem 2 Bios-Bausteine auf dem Mainboard verbaut werden. Der erste
Baustein wird "Primary Bios" genannt, der zweite "Secondary Bios"
oder auch "Hot Spare". Fällte das primary Bios aus, egal aus
welchem Grund (missglücktes Flashen, Virus, physikalischer Defekt
etc.), kann das System ohne Zeitverzögerung vom zweiten
Bios-Baustein gestartet werden.


7.3 Flashen
==========

In das BIOS werden bei Auslieferung des Mainboards schon viele Daten
vorprogrammiert. Trotzdem kann es vorkommen, dass neue Hardware auf
den Markt kommt, die das BIOS noch nicht kennt; häufig sind das z.B.
CPUs. Damit das BIOS trotzdem mit den abgefragten und erhaltenen
Daten etwas anfangen kann, muss von Zeit zu Zeit ein Update des BIOS
vorgenommen werden. Wer jedoch an seinem System nichts ändert und
keine Probleme hat, brauch i.d.R. auch kein neues BIOS - getreu dem
Motto "never change a running system!". Der Update-Vorgang wird
"flashen" (engl. "blitzen") genannt, weil durch elektrische Pulse
das BIOS zunächst gelöscht und dann neu programmiert wird.
Sollte also ein BIOS-Update nötig sein, stellt sich die Frage, wie
dies durchgeführt werden kann. Zu Beginn sollte man wissen, was
man überhaupt für ein BIOS hat. Dies ist feststellbar durch Aus-
oder Ablesen der BIOS-ID-Nummer, welche am BIOS Startbild unten
links steht. Weitere Hinweise zum BIOS gibt es mit Sicherheit in
der Dokumentation des Mainboards. Hat man nun herausgefunden, was
man für ein BIOS hat, und von wann dies ist, kann man sich auf der
Suche nach der Webseite des Mainboardherstellers machen. Eine Liste
der Webadressen gibt es in Kapitel 13.2. Manchmal kann es auch
sinnvoll sein, ein von Dritten modifiziertes BIOS (z.B. von
http://www.biosmods.com) zu verwenden, um sonst nicht zugängliche
Optionen (wie das Abschalten von ACPI etc.) zu erhalten. Natürlich
ist die Gefahr hier sehr gross, ein "defektes" BIOS zu flaschen und
seinen Rechner damit in einen unbrauchbaren Zustand zu versetzen.

Auf der Website des Board-Herstellers sollte man sich dann nicht nur
das neueste BIOS besorgen, sondern auch ein passendes Flash-Programm,
welches die Programmierung erst möglich macht. Dieses Flash-Programm
bietet dann auch die Möglichkeit der Sicherung des alten BIOS.
Zusätzlich sollten sich unerfahrene User die Einstellungen im BIOS
notieren, um diese später wieder vornehmen zu können. Nichts ist
ärgerlicher als eine verloren gegangene BIOS-Optimierung.

Außerdem kann es sein, dass im BIOS oder auf dem Board ein
Programmier-Schutz eingeschaltet ist; dieser muss natürlich deaktiviert
sein. Genauso übrigens wie die Cache-Einstellungen für die CPU.

Hat man nun alle Sachen beisammen, sollte man sich eine bootfähige
Diskette erstellen, um in eine "saubere" DOS-Umgebung gelangen zu
können. Das Flashen sollte nicht von Windows oder von der DOS-Box
aus durchgeführt werden. Wer keine Boot-Diskette parat hat, sollte
sich mal unter http://www.bootdisk.com umschauen. Außerdem darf der
Flashvorgang unter gar keinen Umständen unterbrochen werden!
Auf die erstellte Boot-Diskette wird nun noch das Flash-Programm
und das (ausgepackte!) BIOS-File kopiert - fertig. Nun kann man von
der Diskette booten und dann gemäß der Anleitung(!) des
Flash-Programms die Sicherung des alten BIOS und die
Neuprogrammierung durchführen. Nach erfolgreichem Flashen muss das
System mit Reset neu gestartet werden. Dann geht man erneut in das
BIOS und nimmt alle nötigen Einstellungen vor; außerdem sollte der
Schreibschutz wiederhergestellt werden.


7.4 Wenn das Flashen mal schiefgeht...
=====================================

Leider kann beim Flashen auch mal etwas schief gehen, z.B. durch das
verwenden der falschen BIOS-Datei, oder durch Stromausfall etc.
Solange das System noch ansprechbar ist (also noch ein DOS-Prompt
vorhanden ist), kann man den Flash-Vorgang einfach wiederholen oder
das alte (hoffentlich gesicherte!) BIOS aufspielen. Wurde allerdings
während des Flash-Vorgangs abgebrochen, wird das System normalerweise
in einem nicht boot-fähigen Zustand zurückgelassen. Hier gibt es eine
Notfallprozedur, die man ausprobieren sollte: Die meisten BIOS-Chips
verfügen über einen Notbereich, der beim Flashen nicht überschrieben
wird. So können zumindest noch ISA-Grafikkarten initialisiert werden.
Also, wenn sich beim Einschalten des Rechners noch etwas tut, hat man
zwei Chancen: testweise kann eine ISA-Graffikarte eingebaut werden, um
damit zu flashen. Oder man baut sich an einem anderen Rechner eine
Flash-Diskette und flasht das BIOS blind (evtl. vorher die
Tastenkombinationen notieren.

Eine weitere Notlösung sieht das AMI- und Phoenix-BIOS vor. Wenn das
Flashen nicht geklappt hat und der Rechner abwechselnd einmal piepst
und auf das Disketten-Laufwerk zugreift, ist noch nicht alles verloren:
man nehme eine formatierte Diskette und kopiere ein passendes
BIOS-File darauf. Dieses benennt man dann in AMIBOOT.ROM um. Diese
Diskette legt man ein und startet dann den Rechner. Die Diskette wird
gelesen (eventuell muss man nach dem Rechner-Start die Tasten 'Strg'
('Ctrl') und 'Pos1' ('Home') festhalten), danach sollte der Rechner 4x
piepen und anschliessend automatisch neu booten (falls nicht: Rechner
ausschalten, kurz warten und wieder einschalten); dieses Vorgehen
dauert etwa 20s, wärenddessen bleibt der Bildschirm schwarz. Nach dem
neuen Booten sollte das System wieder ansprechbar sein, und man kann
im BIOS die Defaults laden und anschliessend seine Einstellungen
vornehmen.

Auch das Award-BIOS bietet manchmal solch einen Notanker. Dazu kopiert
man die zu flashende BIOS-Datei (Bsp.: 123xyz.bin) und das
entsprechende Flash-Tool (awdflash.exe) auf eine DOS Start-Diskette. In
die Datei autoexec.bat kommt dann ausschliesslich die Zeile
"awdflash.exe 123xyz.bin /py /sn", die dann hoffentlich beim Start
automatisch aufgerufen wird. Geschieht dies, wird das EEPROM ohne
Rückfrage neu beschrieben.

Andere Boards (z.B. einige von Intel oder Fujitsu-Siemens) haben
evtl. einen BIOS-Recovery-Jumper und laden so im Notbetrieb ein BIOS
von einer Diskette. Wie das geht steht dann im jeweiligen Handbuch
zum Mainboard.

Tut sich jedoch am Rechner gar nichts mehr, hilft hier nur noch das
Aufspielen eines neuen BIOS mit einem EEPROM-Brenner oder ein komplett
neuer BIOS-Chip. Teilweise übernehmen die Mainboardhersteller diese
Aufgaben; falls nicht, gibt es auch einige eigenständige Firmen, die
diese Arbeit gerne gegen eine kleine Gebühr übernehmen, wie z.B. die
Firma "Segor" (http://www.segor.de) in Berlin. Mit einer Suchmaschine
finden sich evtl. auch Firmen in örtlicher Nähe, und man kann sich
Porto und Warterei sparen.


7.5 Links zum Thema BIOS
=======================

Allgemeine BIOS-Seiten:
-----------------------
- "Das BIOS-Kompendium": http://www.bios-info.de
- "Wim´s BIOS-Pages": http://www.wimsbios.com
- Autor von "Das BIOS-Buch": http://www.xs4all.nl/~matrix/menu.html

Wie finde ich heraus, was für ein Board ich habe?
-------------------------------------------------
- siehe Kapitel 2.4
- http://www.fcc.gov/oet/fccid
- Programm "ctBIOS" unter http://www.heise.de/ct/ftp/ctsi.shtml

Was für ein BIOS brauche ich dafür?
-----------------------------------
- Nimm das neuste BIOS Deines Motherboardherstellers; Links finden
sich im Kapitel 13.2, vor allem bei älteren Boards kann auch
http://www.motherboards.org hilreich sein


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