nntp2http.com
Posting
Suche
Optionen
Hilfe & Kontakt

Re: KiGa-Leiterinnen mit Blockwart-Mentalitaet

Von: Thomas Paschke (thomas@topas-offline.de) [Profil]
Datum: 05.06.2008 21:35
Message-ID: <slrng4gfvl.bv1.Thomas@lux.lugse>
Newsgroup: de.alt.talk.unmut
Ralf Wenzel <ralf.wenzel@web.de> schrieb:
> Wie dumm das war, sieht man daran, dass der Amtsarzt dann mich anrufen
> musste, um sich erstmal die notwendigen Informationen einzuholen, die
> sie ihm nicht geben konnte, weil sie mich ja nicht gefragt hat.
>
> Und die falsche Telefonnummer hat sie ihm auch noch gegeben.
>
Wir wir bereits einig waren. Lack in communication. Nix Blockwarttum.

>> Indem du das Kind, was kurz zuvor bei einer Mengitiserkrankten gewesen
>> ist, zur Kita gebracht hast impliziertest du, dass "mit dem Kind alles
>> in Ordnung ist". War es auch - hätte aber beim Stichwort Menigitis
auch
>> anders laufen können.
>
> Wenn es irgendjemanden gegeben hätte, der Einwände geäußert
hätte,
> hätte ich es nicht getan. Diesen Jemand gibt es aber bis heute nicht.
>
Postum doch. Die Erzieherin war nicht der medizinische Fachmann, der
sofort mit Menigitis eine in bestimmten Arten ansteckende Krankheit
erkannte. Somit konnte sie erst postum die Situation einschätzen - und
ist den entsprechenden Weg gegangen.

>> Es geht darum darzustellen, dass dein Verhalten mindestens ebenso neben
>> der Bahn war wie das der Erzieherin.
>
> Mit dem Unterschied, dass SIE der Profi ist. Sie ist die Person, die
> mit einer solchen Situation vernünftig umgehen können muss, das kann
> man bei ihr erwarten. Ich bin nur der Freund der Mutter des Kindes,
> der versucht, Lücken zu schließen.
>
Sie ist eine Erzieherin. Sie ist kein Arzt, kein Amtsarzt. Kannst du als
Autofahrer Benzin selbst raffinieren? Nein. Und du gehst auch zur
Tankstelle, weil das die "zuständige" Instanz ist. Nicht zum
Autohändler, weil er dir das Auto verkaufte, oder zum Nachbarn, weil der
nen Reservekanister hat.
Und die Erzieherin ist nicht zu dir gegangen, weil du eventuell halbwegs
verlässliche Informationen geben könntest (nur der Arzt kennt das
komplette Krankheitsbild), sondern zum Amtsarzt, weil der die zuständige
Instanz für ihr Anliegen war.

>> Die Situation barg deutlich mehr
>> Gefahrenpotential, also du aus deiner eingeschränkten Sicht sehen willst
>> (oder kannst?). Dies an der Beschreibung potentieller ähnlich gelagerter
>> Situationen darzustellen scheint nicht zu funktionieren.
>
> Hm, wenn du eine ansteckende Krankheit als potentiell ähnlich zu einer
> nicht ansteckenden Krankheit nennst, wie soll ich dir da folgen
> können? Das sind zwei grundverschiedene Situationen.
>
Es war eine potentiell ansteckende Krankheit. Dass du auch an Eides
statt aussagen würdest, dass sie nicht ansteckend war ehrt dich - keine
Frage - , aber die Verlässlichkeit deiner Information im Gegensatz zu
der des Fachmannes ist im Zweifelsfall geringer.

>> nur one way: Du hattest auch Horrorszenarien beschrieben, was die
>> Amtsarztalarmierung alles bewirken könnte (Einschaltung Jugendamt...).
>
> Ja, mir wirft man das vor, dem Profi nicht.
>
Sie ist kein Profi für ansteckende Krankheiten. Sie hat einen
Eskalationsplan. Dieser beinhaltet den Amtsarzt.

>> Auch diese sind nicht eingetreten, aber aufgrund dessen begründest du
>> dein "Zurechtfalten" der Erzieherin.
>
> Ich habe sie nicht gefaltet, weil ich das Jugendamt konkret gefürchtet
> habe, sondern weil sie sich fernab jeglicher Vorbereitungen, die ich
> getroffen habe, unbedingt auf eigne Pfade begeben musste, dabei
> Behörden einschaltete die kein Mensch braucht und denen dann auch noch
> zu wenige und falsche Informationen gegeben hat.
>
Weil sie für die anderen Kinder verantwortlich ist. Deine Vorbereitungen
ehren dich, zwingen aber die Erzieherin nicht, nach deinen Vorstellungen
zu agieren. Sie hat die Verantwortung, sie muss den Kopf dafür
hinhalten, wenn sie deinen (möglicherweise auch falschen) Angaben
glaubt. Sie wollte dies nicht, sondern sich absichern.

>> Unmut über Menschen, die blind & uneinsichtig für eigene Fehler
sind
>
> Ich reflektiere mich in der Tat und ich höre oft genug, dass ich
> erstaunlich kritikfähig bin. In dieser Situation habe ich nur einen
> einzigen Fehler gemacht: Ich bin davon ausgangen, dass die Frau
> logisch vorgeht. Sprich:
>
> * "Mir fehlen Informationen (Behandlungsort) - die besorge ich mir bei
> dem, der sie hat (beim Lebensgefährten, den ich eh persönlich
kenne)";
> hat sie nicht getan.
>
Wie gesagt: Suboptimale Kommunikation.

> * "Ich weiß nicht was das für ne Krankheit ist, also frage ich mal
> einen (Amts-)arzt, dann frag ich doch mal den Lebensgefährten, ob ich
> seine Telefonnummer weitergeben darf"; hat sie nicht getan,
> stattdessen die unsinnigste Nummer weitergegeben, die ihr vorlag.
>
"Die Gemeinschaftseinrichtung wiederum ist
zur Weitermeldung an das Gesundheitsamt
verpflichtet. Zusätzlich werden die anderen Eltern
über das Vorliegen einer Erkrankung informiert,
ohne dass der Name des erkrankten Kindes
genannt wird. In besonderen Fällen muss
das Gesundheitsamt geeignete Maßnahmen
ergreifen, um die Ausbreitung einer Infektionskrankheit
zu vermeiden."
Zu den dazu aufgelisteten Krankheiten gehört Hirmhautentzündung - zwar
nur in der Form "Infektionen mit Meningokokken" - aber wie gesagt: Sie
ist kein Arzt, du bist (wahrscheinlich) kein Arzt.
http://service.kreis-re.de/dok/Formulare/53/AnsteckKrankh.pdf

> * "Ich will einen Amtsarzt konsultieren, dann such ich erstmal alle
> Informationen zusammen die er brauchen könnte"; hat sie nicht getan,
> sie hat die falsche Rufnummer weitergegeben, sie wusste nicht genau(!)
> welche Krankheit es ist (virale(!) Meningitis), sie wusste auch nicht,
> wo behandelt wird, etc.
>
Weil sie kein Arzt ist. Im Zweifelsfall konsultiert man keinen Laien,
sondern den Fachmann. Dieser kennt die kompletten Krankheitsbilder.

> * "Ich versuche, das Kind so wenig wie möglich von der Sache
> mitkriegen zu lassen"; hat sie nicht getan, sie hat im Gegenteil
> erstmal das Personal alarmiert, sie sollen das Kind besonders
> beobachten

> * "Ich habe ein Kind mit einer vermutlich ansteckenden Krankheit im
> KiGa, das geht so nicht"; was tut sie? Sie lässt das Kind mit den
> anderen spielen.
>

Zuerst beschwerst du dich, dass die Erzieher auf das Kind achten sollen,
dann, dass es mit den anderen spielen darf, damit das Kind möglichst
wenig mitbekommt. Entscheiden Sie sich jetzt! :)

> Ich beurteile ihr Vorgehen als hektisch, unüberlegt und falsch. Nach
> wie vor.
>
Und ich als nicht optimal gelaufen, aber im vertretbaren Rahmen.
Die Weitergabe der falschen Telefonnummer - ok, dass war ein Fehler.
Einer, der ein "Zusammenfalten" nicht gerechtfertigt.

Thomas

[ Auf dieses Posting antworten ]

Antworten