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Re: Smoke on The Water

Von: Martin Pochert (pochert.no.spam@gmx.de) [Profil]
Datum: 17.06.2008 22:46
Message-ID: <g397qs$s19$1@news.albasani.net>
Newsgroup: de.alt.talk.unmut
Am 16.06.2008 11:25 schrieb Ignatios Souvatzis:

> Wenn man in der Fremde auf Landsleute trifft...

...Kann das auch durchaus peinlich sein...

Dazu fällt mir gerade was ein:
Irgendwann in den frühen 80ern war ich mal auf der Ägäis-Insel Skopelos.
Ich hatte damals beschlossen, Griechenland zu Fuß zu erkunden. Also
durchquerte ich mit, äh, eiserner Disziplin, die Insel, an der einzigen
asphaltierten Straße entlang.
Mißmutig. (die Hitze, der Durst!)
Die Pinienwälder dort sondern ätherische Öle ab, fast wie Weihrauch,
unglaublich intensiv, vor allem in der Mittagsglut. (Retsina, Cafeneion!)

In diesem Zustand hatte ich eine Erscheinung: in einer langsam
dahinrollenden, unglaublich teuer aussehenden Limousine mit offenem
Verdeck, winkte mir, vom Beifahrersitz aus, huldvoll ein vollbärtiger
Dickwanst zu, das musste ein wichtiger Pope sein, oder so. Dieser
barmherzige Mensch muss meine damalige Gemütslage intuitiv erfasst und
spontan gehandelt haben, denn vor meinen Füßen landete eine aus dem
fahrenden Wagen geworfene Konservendose!
Etwas baff stellte ich fest, dass diese ganz und gar real und keineswegs
ein Trugbild meiner umnebelten Sinne war, denn es war Hühnchen mit
Kartoffeln drin, hmpfh, kein Manna, und die Dose war schwer zu öffnen
mit meinem Schweizer Taschenmesser, weil sie nämlich verbeult war. :-)

Einige Tage später später lag ich wohlverdient dösend in irgendeiner
schönen Bucht.
Dieser Harz artige Geruch in der Luft von diesen griechischen
Zigaretten, (Karelia oder so?), unglaublich intensiv.
Unmut. Karelia stinken.

Ein Unwetter zog auf!
So richtig Wellen, Wind und Regenwolken!
Geile Optik in der Botanik.
Ein Motorjacht jagte heran, meine Kontemplation erst unwesentlich
beeinträchtigend, und kam dann mit Affenzahn in die Bucht.
Nunmehr doch entschieden wach, bemerkte ich an Bord einen bärtigen,
wohlbeleibten Mann, der mir bekannt vorkam. Aufgeregt gestikulierte der
mit einigen Leuten, augenscheinlich seinen Lakaien.
Der Anker wurde ausgeworfen, derweil sich die Naturgewalten auch schon
wieder beruhigten.
Möglicherweise hatte Poseidon auch einfach keine Zeit für Unwetter, denn
es folgte ein sprichwörtliches Bild für die Götter:

Der Anker sollte wieder hoch. Ging nicht. Klemmte.
Am Strand gab's Mordsgaudi, an Bord ein Mordsbohei. Die "Boys" wurden
abwechselnd angebrüllt und tauchen geschickt, und vielleicht auch dank
der Anfeuerungrufe vom Strand wurde das Debakel schließlich souverän
gemeistert.

Zum Abschied machte das Boot noch einen Schlenker Richtung Strand.
Majestätisch warf der Dicke ein paar Dosen Bier an Land. Davon blieben
sogar welche heile, iirc.
Das Strandpublikum applaudierte, und ich wurde endlich aufgeklärt: der
Dicke war nämlich Ivan Rebroff (Pseudorusse aus D)
Fast beinahe schade, dass er nicht gesungen hat.
Der Callas wäre ich durchaus lieber begegnet, aber die war vor meiner Zeit.

Tja, den Rebroff gibt's jetzt auch nur noch als Konserve, sowas kommt
von sowas, würde ich sagen :-)
Jamass und Sto Kalo
Martin

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