Re: city night line
Von: Andreas Iwanowitsch (a.iwanowitsch@gmx.de) [Profil]
Datum: 16.05.2008 20:13
Message-ID: <g0kis6$kfh$1@oemcomputer.oerks.de>
Newsgroup: de.alt.talk.unmut
Datum: 16.05.2008 20:13
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Benedikt Rosenau schrieb: > > Andreas Iwanowitsch <a.iwanowitsch@gmx.de> schrieb: > > > Und Du hast sie auch verstanden? > >> Und bei mir > >> ist es nicht so. Vielleicht bin ich ein Mutant, vielleicht laeuft meine > >> Bluthirnschranke anders, > > Das waere im vorliegenden Fall irrelevant. > >> vielleicht geht mein Stoffwechsel verquer. > > Nur das zweite von den dreien waere an der Stelle irrelevant. > Ich sage "an der Stelle", weil ich es schon befuerchtet habe, > dass Du darauf anspringst, als ich es schrieb. Meine private > These zu Heuschnupfen ist naemlich, dass da irgendwas zentral > geregelt wird, dass also mehr passiert als nur Fremdeiweiss -> > Histaminausschuettung -> Rezeptor -> autsch. Das steht in krassem Widerspruch zur Schulmedizin, was dafür spricht, daß an Deiner Theorie etwas dran ist. Verrückterweise geht die Plage bei mir einher mit einer Photophobie, d.h. schon eine gute Sonnenbrille lindert die Beschwerden. > Die Beobachtung Nicos, dass koerperliche Belastung Heuschnupfen > lindern kann, trifft auch auf mich zu. Ich konnte in Situationen > per Rad durch die Budnik fahren, wo still zuhause rumsitzen eine > unertraegliche Tortur war. Hier kann ich die diametral unterschiedliche Erfahrung berichten. Fenster zu, und die Welt ist i.O. > Man kann das auf Endorphine schieben, > aber andere endorphinguenstige Taetigkeiten zeigten nicht diese > Wirkung. Man kann das der Ablenkung und/oder Konzentration zuschreiben, > aber ich bin aus aehnlichen Gruenden nicht ueberzeugt. Kaffee kann > nebenbei auch helfen. Das Ganze ist schraeg und fuer mich nicht > durchschaubar. Willkommen in der Welt der Humanmedizin. Man wird oft schräg angeschaut, wenn man sagt, daß Medizin keine Wissenschaft ist. > > Man muss einfach kratzen, auch wenn die Logik > > sagt, dass es ausser zu Haut- oder sonstigen Verletzungen zu nichts gut > > ist. > > Joek is slimmer denn Pien. BTDT. > Leider weiss ich nie, wann es losgeht, und die Nebenwirkungen sind > zu heftig, als dass ich auf Verdacht Medikamente werfen wuerde. Hm, ja, die alten Antihistaminika werden nicht ohne Grund auch als Schlafmittel vertrieben. > [...] > > > Erzaehl mir was ueber Homoeopathie. > > Ich wuesste zunaechst gerne, ob andere Praktiken wie Desensibilisierung > verbrieftermassen ueber Placebos stehen. Bei den Leuten, die ich kenne, > gab es selten den gewuenschten Effekt. Ich kenne jemanden, bei dem es zumindest den Anschein hat, zu helfen, obwohl sie noch mitten im Prozeß ist. Es ist ihre Saison, und sie braucht noch keine Antihistaminika. Es mag Dich nicht trösten, aber ich bin schon etwas weiter - Dein Vertrauen in randomisierte Doppelblindstudien ist fast schon rührend. Dabei besagt schon die Theorie der statistischen Signifikanz, daß bei 100 Studien fünf dabei sein müssen, deren Ergebnis gequirlte Kacke ist. Und das nur im langjährigen Mittel, kurz- und mittelfristig kann die Quote durchaus höher sein. Und das wiederum nur, wenn ansonsten methodisch sauber gearbeitet wurde. A bit iffy, um mich mal dem Trend zu englischen Partikeln anzuschließen. (Zwischenfrage: Unser Grüppchen Heuschnupfengeplagter beobachtete unisono, daß der Verzehr von Obst keine leichte Übung mehr ist. Äpfel und Birnen mag ich schon gar nicht mehr, nicht nur, daß die Lippen und die Zunge brennt, es wird auch recht kratzig im Hals. Anders als meine 20 Jahre jüngeren Kolleginnen kann ich aber noch Kirschen beschwerdefrei essen. Noch jemand mit dieser Erfahrung?) > Aber Du hast bewusst einen Koeder ausgeworfen, wo ich zuschnappen > werde. Homoeopathen erzaehlen mir gerne, die arme Homoeopathie sei > in Verruf, weil nur klinische Studien zur Messung ihrer Nichtwirkung > herangezogen wurden. Die ganzen Faelle im echten Leben hingegen, wo > Homoeopathie! Menschen!! hilft!!!, wuerden ausgeblendet. Nun, per definitionem haben sie recht. Homöopathie ist mit dem Goldstandard "Randomisierte, kontrollierte Doppelblindstudie" nicht erfaßbar, weil ein wesentlicher Bestandteil der H. das individuelle Eingehen auf den Patienten ist (*), was wiederum mit dem Konzept des Randomisierens (jeder ist gleich) nicht vereinbar ist. Und damit sind wir wieder beim Placeboeffekt und bei der Hintertür für Scharlatane; jeder, der mir versicherte, daß H. auch bei seinem Haustier geholfen hat, entpuppte sich aufgrund anderer Zeichen als irgendwie seltsam und unwesentlich voreingenommen. (*) Das nutzen ihre Vertreter natürlich ebenso gerne weidlich aus. > Mit haben in > meiner Kindheit homoeopathische Aerzte Mittel gegeben, die versprochener- > massen meinen Heuschnupfen beseitigen sollten. Ich war jung und naiv > und, da ich nicht wusste, dass es Scharlatane sind, auch bereit, ihnen > zu glauben. Ich erinnere mich gut, dass sie von dem Fehlschlag ihrer > Mittelchen nichts hoeren wollten. Homoeopathen wechseln dann gerne das > Thema. Seltsamerweise hat man an mir in der Frühzeit gar nicht so viel herumtherapiert. Borwasser für die Augen, die erwähnten Spritzen, ansonsten freiwilliger Stubenarrest. Pfälzer sind halt leidensfähiger. Andreas[ Auf dieses Posting antworten ]
Antworten
- Julia Liebetrau (16.05.2008 20:53)
- Benedikt Rosenau (19.05.2008 12:59)
- Andreas Iwanowitsch (20.05.2008 22:18)
- Jack Micker (20.05.2008 21:41)
