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Re: Warum kein Mensch Mails signiert oder verschluesselt...

Von: Wolfgang Draxinger (wdraxinger@darkstargames.de) [Profil]
Datum: 08.05.2008 14:40
Message-ID: <8u8bf5-mjf.ln1@darkstargames.dnsalias.net>
Newsgroup: de.alt.talk.unmut
Sebastian Zenker wrote:

> Ralf Wenzel schrieb:
>> Datensicherungen (im Apple-Bereich) werden auch erst populär
>> seit TimeMachine. Und Windows braucht eine ähnlich einfache
>> Lösung, damit die Leute Daten sichern.
>> 
> 
> Man macht ja Datensicherung auch erst dann, wenn's einmal
> richtig geknallt hat. Im geschäftlichen Umfeld evtl. auch schon
> vorher.

Nein. Ich habe einen Kunden (privat), bei dem vor 4 Jahren die
Festplatte mit all den wichtigen E-Mails abgeraucht ist. Also
eine Belehrung meinerseits über die Wichtigkeit von Backups.

Anfang dieses Jahr, der selbe Kunde (immer noch privat), diesmal
PEBKAC, wieder alle Daten vor allem die wichtigen E-Mails weg.
Und nach wie vor kein Backup. Wie groß muss der Leidensdruck
sein um die Lernresistenz zu überwinden?

Ein Backup (nicht Archiv) kann ja alles mögliche sein. Ich fü
r
meinen Teil handhabe es so, dass ich das wichtige Zeug sowohl
auf meinem Laptop und auf meinem Desktop zu Hause und dem Server
im Keller automatisch versioniert spiegeln lasse. Und da ich für
alles was sich irgendwie versionieren lässt das Zeug per git
(früher SVN) verwalte kann ich auch problemlos frühere
Versio
nen
wiederherstellen. Diese Form des Backups erachte ich als
zuverlässiger, als irgendwelches manuelles Kopieren auf externe
HDD o.ä., da es automatisch abläuft wenn die betreffenden
Kis
ten
miteinander verbunden sind.

Ein vernünftiges Archiv bräuchte ich aber mal. Das
vielbeschworene Problem der irgendwann nicht mehr unterstützten
Formate ist, da ich für alles offene Formate verwende,
nichtexistent. Das Problem ist vielmehr ein wirklich
zuverlässiges Medium für Langzeitspeicherung. Und in diesem
Zusammenhang besteht das Problem vor allem in einer Hardware,
die die Datenmengen aufnehmen kann und auch noch in >10 Jahren
an die Computer anschließbar sein wird, ohne sich einen Ast
abzubrechen. PSCSI, PATA, ST506 und ESDI (im Falle von
Festplatten) kann man ja zur Not noch mit einem kleinen µC
implementieren, aber bei allem anderen beißt's mit Hobbymethoden
aus.

Ich bin schon ernsthaft am überlegen, Texte in einem OCR-Font auf
Mikrofilm zu belichten. Ich habe daheim eine alte, aber voll
funktionsfähige Dokumentenmikrofilmkamera, anstatt einem Blatt
Papier könnte man da aber auch einen hochauflösenden Monitor
drunterbasteln (ich denke da an ein altes Vektor S/W-CRT, sprich
praktisch nur durch die Fokussierung des Elektronenstrahls
begrenzte Auflösung).
Bilder kann man auf 35mm Film ausbelichten (Filme, sprich Videos
könnte man genauso archivieren, aber das wäre mit einem
ziemlichen Materialaufwand verbunden). Binärdaten wird
schwieriger, evtl. in Form von 2D-Codes --- Mit Ton funktioniert
das sogar sehr gut, im Kino z.B. reicht der Platz zwischen der
Filmferforation für Dolby Digital, bzw. ganz am Filmrand für
SDDS.
<http://en.wikipedia.org/wiki/Image:35mm_film_audio_macro.jpg>

Wolfgang Draxinger
--
E-Mail address works, Jabber: hexarith@jabber.org, ICQ: 134682867


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