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Re: Redundanz

Von: Erhard Schwenk (eschwenk@fto.de) [Profil]
Datum: 30.06.2008 21:17
Message-ID: <4869313d$0$6543$9b4e6d93@newsspool3.arcor-online.net>
Newsgroup: de.alt.sysadmin.recovery
Helmut Springer wrote:
> Erhard Schwenk <eschwenk@fto.de> wrote:
>> Ein richtiger Systemcrash sieht in den meisten Fällen so aus, daß
>> exakt gar niemand wissen kann, wie lange es bis zum
>> Produktionsneustart dauern wird, solange nicht genau bekannt ist,
>> was zum Ausfall geführt hat.

> Gerade dann kann das anfangs gebrachte Modell "Techniker gibt
> anfangs eine Abschaeztung und kommuniziert danach nicht mehr bis
> alles wieder tut" nicht funktioniert.  Your point being?

Der Punkt ist, daß der Schlipsi dann eben auf die Abschätzung verzichten
und warten muß, ohne pausenlos zu nerven.

>> Ein fähiger Schlips würde sowas wissen, die Antwort "es dauert
bis
>> es fertig ist" widerspruchsfrei nach der _ersten_ Nachfrage
>> akzeptieren und das Maul halten, bis die Techniker wissen was das
>> Problem ist und was getan werden muß.  Aber dann könnte der sich
>> ja nicht mehr wichtigtuerisch hervorheben.

> Wenn er der Kommunikationsfaehigkeit der Techniker vertrauen kann,
> sollte er nicht wieder nachfragen, sicher, aber s.o.

Wenn der Techniker weiß wie lange es dauert und wenn das ein
signifikanter Zeitraum ist sagt er das in der Regel durchaus von sich
aus. Ansonsten ist davon auszugehen, daß er es entweder nicht weiß oder
daß es sich sowieso binnen Sekunden bis Minuten erledigt haben wird, so
daß die ganze Kommuniziererei bloß sinnloser Aufwand ist.

> Je nach Betrieb gibt es Plaene zur Handhabung von laengerfristigen
> Ausfaellen.

Planung ist der Ersatz von Zufall durch Irrtum (TM).

> Die sind idR teuer, wenn sie aktiviert werden, und sie
> ziehen uU Resourcen von der urspruenglichen Fehlerbehebung ab.  Der
> Entscheider kann nicht entscheiden: entweder er aktiviert sie
> oder nicht.

Das ist das Problem des "Entscheiders" und nicht des Technikers. Soll er
seine Hausaufgaben gefälligst selber machen. Von mir aus mittels Würfeln
oder Abzählreimen, die Trefferquote bleibt eh die gleiche. Oder man
überträgt die Entscheidung gleich an den Techniker (das wäre im
Zweifelsfall das sinnvollste) und spart sich den Schlips komplett, es
muß ohnehin geraten werden.

Ob es länger dauert, weiß man, wenn das Problem bekannt ist, und nicht
vorher. Frühestens dann ist Kommunikation mit dem Techniker mehr als
sinnlose Zeitverschwendung, denn frühestens dann hat der überhaupt
irgendeine verwertbare Information, auf die man eine wie auch immer
geartete Entscheidung aufbauen könnte.

Aber mit den "Entscheidern" ist das halt das gleiche Kreuz wie mit den
Controllern und sonstigen Bürohengsten: die brauchen ständig irgendeine
Daseinsberechtigung. Bei Controllern und Revisoren führt das dazu, daß
der Laden mehr mit irgendwelchen Statistiken und Protokollierungen
beschäftigt wird als mit produktiver Arbeit und bei den Schlipsen halt
dazu, daß die Fachleute ständig wegen irgendwelcher Wichtigtuer von der
Arbeit abgehalten werden - sei es durch sinnlose Meetings zu technisch
in einem Halbsatz endgültig zu klärenden technischen Fragen, bei denen
bloß mal wieder keiner die richtige Antwort hören will, oder sei es
durch nerviges Quengeln wenns mal ein Problem gibt und man eben nicht
weiß wie lange dessen Lösung dauern wird.

--
Erhard Schwenk

Akkordeonjugend Baden-Württemberg - http://www.akkordeonjugend.de/
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