Wie die Amerikaner Geschichte schreiben...
Von: Andreas Balic (a.balic@arcor.de) [Profil]
Datum: 03.07.2009 11:02
Message-ID: <4a4dc931$0$32667$9b4e6d93@newsspool2.arcor-online.net>
Newsgroup: de.alt.soc.verschwoerung
Datum: 03.07.2009 11:02
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Newsgroup: de.alt.soc.verschwoerung
Die amerikaner haben sich Zeit gelassen, Geld investiert, und nun eine umfangreiche, mehrfach geprüfte und umgeschriebene Erklärung für ihre und die weltweiten Geschichtsbücher herausgegeben, warum sie im Irak keine Massenvernichtungswaffen gefunden haben. Ergebnis des ganzen: Es gibt gar keine. Aber das ist nicht die Schuld der Amerikaner - denn ohne die Existenz dieser Waffen wären sie ja NIEMALS in den Irak einmarschiert. Eine Glanzleistung in Versionsgestaltung. Der schlecht Informierte glaubt das sofort. LEST UND SCHMUNZELT: Warum Saddam mit Massenvernichtungswaffen bluffte Geständnis eines Despoten: Der frühere irakische Diktator Saddam Hussein hat aus Angst vor Iran die Welt im Glauben gelassen, er verfüge über Massenvernichtungswaffen. Das belegen Verhörprotokolle des FBI, die jetzt erstmals zugänglich sind. Washington - Was Menschen in 500 oder 1000 Jahren von ihm denken würden, das sei wichtig: "Aber das Wichtigste ist, was Gott denkt." So sendungsbewusst gab sich der irakische Diktator Saddam Hussein schon in der ersten Vernehmung durch das FBI nach seiner Festnahme im Dezember 2003. 20 formelle Befragungen und fünf informelle Gespräche fanden zwischen Anfang Februar und Ende Juni 2004 in Saddams Zelle am Flughafen von Bagdad statt. Die jetzt freigegebenen Protokolle enthüllen, dass Saddam die Welt bezüglich seines Waffenarsenals offenbar bewusst irregeführt hat - und zwar, weil er Iran fürchtete. Er gab zu, die Absichten des damaligen US-Präsidenten George W. Bush unterschätzt zu haben. Dieser hatte die Invasion des Irak im März 2003 unter anderem befohlen, weil US-Behörden Massenvernichtungswaffen in dem Land vermuteten. Die Dokumente wurden am Mittwoch in den USA auf der Web-Seite des unabhängigen Forschungsinstituts "National Security Archive" veröffentlicht. Darin nimmt Saddam auch Stellung zu den Golfkriegen, der Invasion von Kuwait und Massenvernichtungswaffen. Dabei gestand der "High Value Detainee" - der Häftling von "hohem Wert" - dass er den Besitz von Massenvernichtungswaffen vorgetäuscht habe, um sich vor allem vor Iran und den "fanatischen" Mullahs zu schützen. Gegenüber Iran habe er den Eindruck erwecken wollen, der Irak könne sich verteidigen, notierte der FBI-Agent George L. Piro. Von 1980 bis 1988 hatte der Irak gegen Iran einen verlustreichen Krieg geführt. Als er die Uno-Inspektoren an ihrer Arbeit im Irak hinderte, fürchtete Saddam offenbar weniger die Sanktionen der USA, als dass der Bluff auffliegen und die Schwachstellen seines Landes bekanntwerden würden. Massenvernichtungswaffen waren 2003 längst zerstört Im März 2003 erklärte Bush Irak den Krieg, weil die USA angeblich Informationen über Massenvernichtungswaffen hatten. Die Arsenale wurden nie gefunden. Später bedauerte Bush in einem Fernsehinterview mit dem Sender ABC das "Scheitern der Geheimdienste im Irak", die Massenvernichtungswaffen im Land vermutet hatten. "Bei Gott, wenn ich solche Waffen gehabt hätte, hätte ich sie gegen die Vereinigten Staaten eingesetzt", wird Saddam in den FBI-Verhören zitiert. Die Massenvernichtungswaffen seien zum Zeitpunkt der US-Invasion 2003 aber längst zerstört gewesen, sagte der Mann, auf dessen Kopf die USA einst 25 Millionen Dollar ausgesetzt hatten. Im Dezember 2003 zogen US-Elitekämpfer den einst mächtigen Despoten aus einem Erdloch nahe Tikrit. In den sechziger Jahren war Saddam nach der Machtübernahme der Baath-Partei im Irak zu einem wichtigen Politiker im Land avanciert und ab 1979 Staats- und Regierungschef sowie Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er errichtete einen totalitären Überwachungsstaat, in dem Regimegegner rücksichtslos ausgeschaltet wurden. Seine Armee griff 1988 das irakische Kurdendorf Halabdscha mit Nervengas an. Binnen weniger Stunden starben Tausende Menschen. Die Golfkriege leiteten den wirtschaftlichen Niedergang des Irak ein. Doch trotz fehlgeschlagener Putschversuche und familieninterner Machtkämpfe konnte Saddam sich als uneingeschränkter Diktator behaupten. "Ich bin Revolutionär, kein Politiker" Noch nach seiner Festnahme durch die US-Truppen verkündete er: "Ich bin der Präsident des Irak." Fehler oder Verbrechen, die er in den 24 Jahren seiner Herrschaft begangen haben könnte, gab es für ihn nicht. Auch während der FBI-Befragungen zeigte sich Saddam häufig prahlerisch und eitel: Die Menschen würden ihn lieben für das, was er erreicht habe, sagte er. Zu seinen größten Verdiensten zählte er den sozialen Fortschritt für das irakische Volk, die Verstaatlichung des irakischen Öls 1972 sowie die Unterstützung der arabischen Seite im Krieg gegen Israel 1973. Sich selbst sah er, wie aus den FBI-Verhören hervorgeht, "als Revolutionär, nicht als Politiker". In der Zukunft werde er für seine Gerechtigkeit bekannt sein, prophezeite Saddam gegenüber dem FBI-Agenten, und berief sich immer wieder auf Gott. Iran verglich er mit dem Sohn des benachbarten Bauern, der "Kühe stiehlt und Bewässerungsanlagen zerstört". Bin Laden und Saddam teilten "weder Vision noch Glauben" Mit einem vermeintlichen Mythos räumte Saddam in den Verhören auf: Doubles habe er nie gehabt. Lachend habe er gesagt: "Das ist Filmmagie, nicht Realität." Um seinen Feinden zu entgehen, habe er stattdessen fast nie das Telefon benutzt und nur durch Kuriere kommuniziert, außerdem sei er viel gereist. Ohnehin sei er einen einfachen Lebensstil gewöhnt, sagte Saddam, als er mit dem FBI-Agenten über die defekte Klimaanlage sprach : Er möge den extravaganten Lebensstil nicht. Auf Fragen nach seinen prunkvollen Palästen antwortete er, diese gehörten der irakischen Nation und er habe nicht dort, sondern in einem simplen Haus gelebt. Zu dem Qaida-Chef Osama Bin Laden habe er keine Verbindung gehabt, sie verbänden weder "Vision noch Glauben", gab er zu Protokoll. Bin Laden bezeichnete er in den Verhören als "Eiferer". Auf die Frage, ob die irakische Regierung Bin Laden getroffen habe, antworte er mit "Ja", er habe aber nicht mit al-Qaida kooperiert. Als Verbündeten sah er allenfalls Nordkorea oder China. Einige Passagen wurden unkenntlich gemacht Unkenntlich gemacht wurde vor der Veröffentlichung das Protokoll einer Sitzung vom 1. Mai 2004. Die "Washington Post" zitiert einen Sprecher des FBI, er könne sich nicht erklären, warum diese Passagen verändert wurden. Wie das "National Security Archive" schreibt, würden in den veröffentlichten FBI-Berichten zudem die komplizierte Beziehung zwischen dem Irak und den USA ausgeklammert, etwa die Rolle der CIA, die der Baath-Partei bei ihrem Aufstieg zur Macht geholfen haben soll. In einem der letzten Gespräche vom 11. Juni 2004 notierte der FBI-Agent, dass Saddam ihm ein Gedicht vorgelesen habe. Alle Mitgefangenen gäben ihm die Schuld für die Fehler des Irak, habe der Agent später gesagt. Saddam habe sich fatalistisch gegeben. Diese "Schuld oder Verantwortung" müsse er tragen, während andere sich davon distanzieren würden. Am 30. Dezember 2006 wurde er gehenkt. Einen Fehler hat Saddam in den Befragungen immerhin eingeräumt: Es sei falsch gewesen, das Arsenal der Massenvernichtungswaffen aus den achtziger Jahren ohne die Aufsicht der Uno zu vernichten. Sprühgel.de mit Material von AP und Reuters http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,633967,00.html[ Auf dieses Posting antworten ]
