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Fallschirmjäger üben im Saarland den Bürgerkrieg

Von: dickerhansi (dickerhansi@compuserve.de) [Profil]
Datum: 07.06.2009 13:36
Message-ID: <h0g8oj$vif$1@online.de>
Newsgroup: de.soc.politik.misc de.alt.soc.verschwoerung
Während die Politik nochdarüber streitet, ob die Warnung vor "sozialen
Unruhen" angesichts von Wirtschaftskrise und wachsender Arbeitslosigkeit
unverantwortliche Panikmache ist, bereiten sich Fallschirmjäger aus Belgien,
Frankreich und Deutschland derzeit im Saarland schon mal auf den Einsatz im
Inneren vor. Noch bis zum 30. April werden im Rahmen der 42. internationalen
Gefechtsübung "Colibri" Luftlandeoperationen gegen "radikale
Rebellen"
geübt.


Das Bürgerkriegs-Szenario
In einem grenznahen Gebiet "Provinz Lothringen des Landes Westfrankien"
sind - so das Szenario - Unruhen zwischen verschiedenen Ethnien zweier
Länder entstanden. Darüber hinaus existiert ein soziales Ungleichgewicht und
es gibt wertvolle Ressourcen (in Form von Uran) in dem Gebiet. All dies
bringt Politik und militante Gruppierungen dazu, gegeneinander zu kämpfen.
Bürgerkriegsähnliche Zustände führen schließlich zu einer
UN-Resolution. Die
radikal operierenden Rebellen geben jedoch nicht klein bei und planen die
Entwicklung und den Einsatz einer "schmutzigen Bombe". Das müsse zum Schutz
der Bevölkerung und Stabilisierung der gesamten Grenzregion verhindert
werden.
"Diese Lage kann jederzeit Wirklichkeit werden", glaubt Claus Peter Schulz,
Presseoffizier der Luftlandebrigade 26. Deshalb - so der Kampfauftrag - ist
die Bombenfabrik der "islamistischen Rebellen" auf dem Truppenübungsplatz
Merzig bis Dienstag einzunehmen. Morgen früh - am Sonntag - setzen dazu vier
Transall-Maschinen über 300 Fallschirmspringer über dem saarländischen
Weierweiler ab, die dann mit Booten den Stausee Losheim überqueren und das
Gelände in Merzig besetzen sollen. Wer auf dem Laufenden bleiben will:
DieFlugzeug-Spotter aus Zweibrücken beobachten das Ganze.
Kampf gegen "irreguläre Kräfte"
In der Vergangenheit durchgeführte Colibri-Übungen beinhalteten meist
Aufgaben, die im militärischen Sprachgebrauch als "Spezielle Operationen"
bezeichnet werden. In der Bundeswehr-Division "Spezielle Operationen" (DSO),
zu der auch die Saarlandbrigade gehört, heißt das entweder die Evakuierung
von gefährdeten Personen aus einer Bedrohungssituation oder der Kampf gegen
"irreguläre Kräfte" (also bewaffnete Guerilla-Kämpfer). "Die
hier geübte
multinationale Zusammenarbeit ist bei einem realen Fall durchaus
vorstellbar", sagt Claus Peter Schulz. Und es ist längst nicht die erste
derartige Übung.
Nach dem Willen der CDU/CSU soll die Bundeswehr zukünftig auch unterhalb der
Kriegsschwelle - also in Friedenszeiten - zur "Bekämpfung organisierter und
militärisch bewaffneter Aufständischer" im Inland eingesetzt werden
können.
Begleitet wird das "Colibri"-Mannöver von einer intensiven
Propagandaarbeit.
So betreibt die DSO ein eigenes Weblog und sogar ein "embedded Journalist"
ist eingebunden: Helmut Michelis, Oberst d.R. und Redakteur der Rheinischen
Post berichtet live vom Kampfgeschehen im Saarland.
DDR-Fallschirmjäger blieben friedlich
Warum schreibe ich über dieses Thema? Die Fallschirmjäger - sowohl in der
NVA als auch in der Bundeswehr - spielen in meinem Politthriller "Aktion
Störtebeker" (hier eine Leseprobe) gleich an mehreren Stellen eine Rolle und
wie der Zufall es will, sendet der MDR am kommenden Dienstag um 20.15 Uhr
den Film "Honeckers Elitetruppe - Die Fallschirmjäger". Angekündigt
wird er
so:

Sie waren Honeckers Elitetruppe, eine perfekt ausgebildete
Spezialeinheit - die Fallschirmjäger der NVA. Gedrillt, um zu töten - im
Nahkampf, Mann gegen Mann, hinter den feindlichen Linien. Zu so einem
Einsatz kam es nie. Hätte es jedoch gekracht zwischen Ost und West, hätten
sie den Feind da bekämpft, wo es am meisten schmerzt - in dessen eigenem
Land, dessen eigenen Städten. Doch am Ende sollte sich ihre Kampfkraft gegen
das eigene Volk richten.

Als im Herbst 1989 zehntausende Menschen in Leipzig für mehr Demokratie auf
die Straße gingen, schickte die DDR-Führung die "harten Jungs" in die
Messestadt, damit sie den Sozialismus gegen die Konterrevolution
verteidigen. Doch den Einsatz gegen das eigene Volk lehnte die Mehrheit der
NVA-Fallschirmjäger ab, die Wende blieb friedlich.
Hoffentlich lassen sich auch die Männer mit den roten Baretten, die derzeit
im Saarland für den Bürgerkrieg gedrillt werden, im Ernstfall nicht gegen
die eigene Bevölkerung einsetzen.



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