WARNUNG: Virale Infektionen bei Homosexuellen
Von: Berthold (bertholddunst@yahoo.de) [Profil]
Datum: 14.06.2008 20:14
Message-ID: <g311q3$79k$1@aioe.org>
Newsgroup: de.alt.soc.lesbischwul
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Virale Infektionen, die bei Homosexuellen häufig vorkommen, umfassen in
der Reihenfolge ihrer Prävalenz Condylomata, Herpes, Hepatitis B und
Hepatitis A. Wie bakterielle Infektionen werden auch diese Krankheiten
leicht durch Orogenital-Kontakt, durch Anogenital-Kontakt und durch
Oroanal-Kontakt übertragen.
Condylomata
oder Feuchtwarzen werden durch humane Papillomaviren (HPV) verursacht,
die beim Analverkehr übertragen werden. 30-40 Prozent der homosexuellen
Männer sind davon betroffen [1], bei 65 Prozent ist das Virus
vorhanden [2]. Die Warzen treten vorwiegend im und um den Anus auf,
normalerweise in Gruppen, und oft jucken und brennen sie. Wohl können
Ärzte die Warzen auf die übliche Weise durch Herausschneiden oder
Vereisen entfernen, sie treten aber gerne erneut auf. Ausserdem ist das
Auftreten von Feuchtwarzen eng mit Analkrebs verbunden, dessen Vorkommen
unter homosexuellen Männern rapide ansteigt [3].
Herpes
Herpes betrifft 10-20 Prozent der Homosexuellen. Wie bei verschiedenen
anderen STDs könnte auch hier eine Zunahme möglich sein [4]. Es
gibt
gegenwärtig keine Behandlung oder Impfung für Herpes: Wer
die Krankheit
einmal hat, behält sie sein Leben lang. Unter Homosexuellen wird sie
üblicherweise durch Analverkehr übertragen, allerdings kann
auch
Oroanal-Kontakt mit einer Person, die an oralem Herpes erkrankt ist, zur
Ansteckung führen. Bei homosexuellen Männern verursacht
Herpes schwere
anorektale Schmerzen, Kopfschmerzen und Schwierigkeiten beim Urinieren
und beim Stuhlgang. Die ernsthaftesten Symptome sind Läsionen oder
Geschwüre in der Anogenital-Gegend, manchmal im Rektum, die
während
zwei, drei Wochen offen bleiben. Diese Geschwüre sind
äusserst
schmerzhaft und treten - wenn auch weniger schwer - ab und zu wieder
auf, nachdem die ersten Wunden verheilt sind. Diese rezidivierenden
Geschwüre sind oft asymptomatisch, versteckt und schmerzlos im Rektum,
deshalb sind sie offene Türen für die Ãśbertragung
anderer Viren, unter
anderem auch des tödlichen HIV.
Infektiöse Hepatitis
Infektiöse Hepatitis tritt in zwei Formen auf, die unter den
Homosexuellen aus verschiedenen Gründen epidemisch sind.
Ausbrüche von
Hepatitis A (HAV) in verschiedenen grösseren Städten zu Beginn
der 90er
Jahre [5] lassen darauf schliessen, dass die Prävalenzrate seit
früheren Studien markant zugenommen hat, wonach das Virus bei rund 40
Prozent der homosexuellen Männer nachweisbar war, von denen
jährlich 5-7
Prozent erkranken - das ist mindestens dreimal so viel wie bei der
Bevölkerung im allgemeinen [6] . Wie viele bakterielle und virale
Infektionen ist HAV in menschlichen Fäkalien vorhanden und steht im
Zusammenhang mit Oroanal-Kontakt zwischen homosexuellen Partnern. Die
Frühsymptome sind grippeähnlich: Fieber, Kopfschmerzen und
Erbrechen.
Wenn die Leber angegriffen ist, kommt es zur Gelbsucht. Glücklicherweise
ist diese Erkrankung in der Regel nach ein, zwei Wochen vorbei und
verursacht keine chronische Lebererkrankung [7].
Hepatitis B (HBV)
Hepatitis B (HBV) ist in allen Körperflüssigkeiten
einschliesslich
Speichel, Sperma und Rektalschleim vorhanden und wird unter
Homosexuellen vorwiegend durch Analverkehr übertragen [8] . Mindestens
65 Prozent der homosexuellen Männer sind oder waren an dieser Krankheit
erkrankt, und mindestens 16 Prozent erkranken jährlich daran [9]. Die
Symptome sind ähnlich wie bei Hepatitis A, aber schwerer. Zudem besteht
hier die Möglichkeit einer chronischen Lebererkrankung und in seltenen
Fällen verläuft die Krankheit tödlich.
Fünf bis zehn Prozent der
Erkrankten werden zu chronischen Trägern, die aber
möglicherweise keine
Symptome ausser Müdigkeit verspüren. Hepatitis B kann nicht
behandelt
werden, es gibt jedoch eine Prophylaxeimpfung.
Quellen:
[1] Quinn, "Clinical Approach to Intestinal Infections", SS. 615, 619;
Holly et al., "Anal Cancer Incidence", S. 1728, Tabelle 2; Surawicz et
al., "Anal Dysplasia", S. 662, Tabelle 1; Messiah et al., "Factors
Correlated with Homosexually Acquired Human Immunodeficiency Virus", S.
53, Tabelle 2; C.L.H. Law et al., "Factors Associated with Clinical and
Sub-clinical Anal Human Papillomavirus Infection in Homosexual Men".
Genitourinary Medicine 67 (April 1991): 94.
[2] Law et al., "Factors Associated", S. 94.
{3] J. Daling et al., "Sexual Practices, Sexually Transmitted Diseases
and the Incidence of Anal Cancer", New England Journal of Medicine 317
(1987): 973-77; Holly et al., "Anal Cancer Incidence"; Law et al.,
"Factors Associated"; Surawicz et al., "Anal Dysplasia", SS. 658-66;
D.
Wexner, J.W. Milsom und T.H. Dailey, "The Demographics of Anal Cancers
Are Changing: Identification of a High-Risk Population", Diseases of
Colon and Rectum 30 (1987): 942-46.
[4] Jay und Young (The Gay Report, SS. 691-92) nennen 10 Prozent mit
Herpes. Messiah et al. ("Factors Correlated with Homosexually Acquired
Human Immunode-ficiency Virus", S. 53, Tabelle 2) nennen 20 Prozent
über
die vorangegangenen zehn Jahre; McKusick et al. ("AIDS and Sexual
Behaviors", S. 494, Tabelle 1) nennen 30 Prozent, die diese Krankheit
durchgemacht haben. Surawicz et al. ("Anal Dysplasia", S. 662, Tabelle
1) nennen 10 Prozent.
[5] K. Schomer et al., "Hepatitis A Among Homosexual Men - U.S., Canada
and Australia", Morbidity and Mortality Weekly Report 41 (6. März
1992):
155, 161-64; J. Kani et al., "Hepatitis A Virus Infection Among
Homosexual Men", British Medical Journal 302 (8. Juni 1991): 1399.
[6] E.B. Keeffe, "Clinical Approach to Viral Hepatitis in Homosexual
Men", The Medical Clinics of North America 70, Nr. 3 (1986): 567-73, 582.
[7] S.M. Lemon und J.E. Newbold, "Viral Hepatitis", in Sexually
Transmitted Diseases, herausgegeben von K.K. Holmes et al., 2. Auflage
(New York: McGraw-Hill, 1989), SS. 449-66; vgl. Keeffe, "Clinical
Approach to Viral Hepatitis", SS. 571-73.
[8] L.A. Kingsley et al., "Sexual Transmission Efficiency of Hepatitis
B Virus and Human Immunodeficiency Virus Among Homosexual Men", Journal
of the American Medical Association 264 (11. Juli 1990): 230-34.
[9] Keeffe, "Clinical Approach to Viral Hepatitis", SS. 573-82.
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